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JavaScript: io.js und Node.js arbeiten an Grundlagen für gemeinsame Zukunft

Nach dem Split im Node.js-Projekt 2014 und den Erfolgen, die io.js in den letzten vier Monaten erzielen konnte, arbeiten beide Projekte derzeit an Strukturpapieren, die eine Zusammenführung ermöglichen sollen.

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io.js und Node.js arbeiten an Versöhnungsvorschlägen

Seit einigen Wochen arbeiten Mitglieder von Linux Foundation, Node.js und io.js daran, die Grundlage für eine gemeinsame Zukunft der beiden Projekte zu schaffen. In einem Artikel informiert Mikeal Rogers, der in den letzten Monaten so etwas wie die Stimme von io.js geworden ist, über den derzeitigen Stand der Gespräche und bittet die Mitglieder seiner Community um Rückmeldung und Verbesserungsvorschläge. Ende 2014 war io.js als Fork der serverseitigen JavaScript-Plattform Node.js entstanden und machte seit dem immer wieder mit neuen Höchstwerten in der Beteiligung freiwilliger Entwickler von sich Reden.

Die momentan vorliegenden Strukturpapiere sollen dabei helfen, beide Projekte wieder zusammenzuführen und auch die in den letzten Monaten entstandenen io.js-Arbeitsgruppen in der Node.js Foundation unterzubringen. Da es mittlerweile etwa 50 sogenannte Working Groups mit etwa 300 Mitgliedern bei io.js gäbe, würde es nicht reichen, wenn die Foundation lediglich Bestimmungen für die Kernentwicklung festmache. Ein entsprechender Vorschlag soll ihre Integration in den Entwicklungsprozess regeln. Im Artikel weist Rogers darauf hin, dass es hier wahrscheinlich einige Einschränkungen im Vergleich zum bisherigen Vorgehen geben werde. Im Rahmen einer Stiftung müsse man Ressourcen auf mehrere Projekte verteilen und könne nicht länger nach Belieben Gruppen und Projekte starten. Da aber gerade das einen Teil des Erfolgs von io.js verantworte, werde man versuchen, hier einen tragbaren Kompromiss zu finden.

Auch für die Satzung des Technical Steering Committee (TSC) steht ein Dokument bereit. Das zentrale Kontrollorgan des zusammengeführten Projekts solle dem Technical Committee bei io.js entsprechen und dessen Mitglieder sowie die Kernmitglieder von Node.js umfassen. Die Charta für den Ausschuss werde unter anderem Punkte enthalten, die regeln, dass technische Entscheidungen unabhängig vom Vorstand der Stiftung zu treffen sind, um den Einfluss aus dieser Richtung zu eliminieren. Ziel sei es im Moment, sie möglichst minimal zu halten und gleichzeitig die offenen Kontrollstrukturen zu sichern, damit es im Nachhinein noch möglich sei, durch die Erfahrung nötige, leichte Anpassungen vorzunehmen, ohne die Freiheiten des Projekts zu gefährden. Wie die Charta müssen auch die Aufgaben und Grundsätze des Komitees dem Vorstand der Node.js Foundation zur Abstimmung vorgelegt werden.

Derzeit gehen die Meinungen darüber, ob es sinnvoll ist, beide Projekte wieder zusammenzuführen, bei den io.js-Anhängern stark auseinander. Während viele Entwickler, die Node.js in Unternehmensprojekten einsetzen, die Bemühungen begrüßen, zweifeln einige Stimmen in einem eigens für die Diskussion angelegten GitHub-Issue den Nutzen eines solchen Schritts an. Auf Twitter meint Rogers dazu, dass man mit io.js langsam an die Grenzen dessen stoße, was ohne eine Stiftung machbar sei, und auch auf GitHub gehen er und einige andere immer wieder auf die Bedenken der Community-Mitglieder ein. Das alle Diskussionen bezüglich einer Aussöhnung in der Öffentlichkeit geführt würden, solle als Zeichen gewertet werden, dass man die Prinzipien von io.js nicht einfach über Bord werfen wolle. Die Vorschlagsdokumente fußen wohl zudem auf den Strukturen des Projekts und seien von Kernentwicklern wie Bert Belder mitverfasst. (jul)