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JetBrains bereitet seine .NET-Tools auf C# 8 vor

Die Visual-Studio-Erweiterung ReSharper und die .NET-IDE Rider kennen im 2019.1-Release einige Features der kommenden C#-Version.

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Der tschechische Toolhersteller JetBrains hat die .NET-Entwicklungsumgebung Rider und die Erweiterung für Visual Studio ReSharper jeweils in Version 2019.1 herausgegeben. Für viele .NET-Entwickler dürfte vor allem die weitgehende Integration der Sprachfeatures von C# 8 interessant sein. Erwartungsgemäß arbeitet ReSharper zudem mit der finalen Version von Visual Studio 2019 zusammen, und Rider enthält den lang erwarteten WinForms-Designer.

Beide Tools kennen zahlreiche Sprachfeatures der kommenden Version von C#. Microsoft hatte C# 8 im Rahmen der Connect() 2018 vorgestellt. Im Lauf diesen Jahres soll die finale Version erscheinen. Rider and ReSharper bieten unter anderem Autovervollständigung, Refactoring-Funktionen und weitere Unterstützung für Switch Expressions, Nullable Reference Types und async Streams.

ReSharper schlägt die Umwandlung in eine using-Deklaration vor.

(Bild: JetBrains)

Rider bringt zudem erweitere Funktionen für die Programmiersprache F# mit. So funktioniert das Refactoring über Umbenennen neuerdings über die gesamte Solution, inklusive darin enthaltener C#- und VB.NET-Projekte. Rider ist laut JetBrains die erste IDE mit dieser Funktion. Außerdem haben die Hersteller die Navigation und Funktionen wie Find Usages für F# erweitert. Breadcrumbs lassen sich nun für C#, VB.NET und F# nutzen.

Das aktuelle Rider-Release hat nun den seit längerer Zeit geplanten WinForms-Designer an Bord, mit dem Entwickler die Benutzerschnittstelle ihrer Windows-Forms-Anwendungen ähnlich wie in Visual Studio grafisch gestalten können. Die Werkzeugpalette bietet dieselben Komponenten wie Microsofts Entwicklungsumgebung. Passend zum Designer bietet Rider nun auch eine Vorlage für Windows-Forms-Anwendungen und weitere für Forms, benutzerdefinierte Steuerelemente und Komponenten.

Die UI von Windows-Forms-Anwendungen lässt sich nun grafisch gestalten.

(Bild: JetBrains)

Mit dem sogenannten Edit & Continue können Entwickler beim Debuggen in Rider 2019.1 Code ändern, wenn die Anwendung an einem Breakpoint angehalten hat. Die Änderungen übernimmt das System beim Fortsetzen der Debugging-Session, sodass kein Neustart der untersuchten Anwendung erforderlich ist. Die Funktion ist jedoch auf Windows begrenzt.

Linux- und macOS-Entwickler finden dafür nun auch eine Code-Coverage-Untersuchung und einen Performance-Profiler. Beide haben jedoch einige Einschränkungen: Letztere arbeitet nur mit Mono 5.6+ beziehungsweise Mono Unity 2018.3 zusammen, nicht jedoch mit .NET Core. Bei der Code-Coverage-Analyse für Unit-Tests verhält es sich umgekehrt: Sie ist nur Anwendungen verfügbar, die auf .NET Core2.0+ ausgelegt sind.

JetBrains hat ein eigenes Xamarin-SDK erstellt, mit dem Entwickler Anwendungen bauen können, ohne eine separate Visual-Studio-Lizenz zu benötigen. Das SDK verwendet wohl denselben Sourcecode wie Microsofts Umsetzung. Mac-Entwickler können dank der neuen Xcode-Integration zudem dessen Interface Builder verwenden, um die UI für ihre macOS-Xamarin-Anwendungen zu erstellen.

Weitere Neuerungen wie die erweiterten Unit-Tests und die Anbindung an Microsofts Serverless-Computing-Plattform Azure Functions lassen sich den Ankündigungen zu ReSharper 2019.1 beziehungsweise Rider 2019.1 entnehmen. Die Tools sind sowohl einzeln als auch im Paket erhältlich. Kostenfreie Varianten wie bei IntelliJ IDEA existieren nicht für alle Nutzer. Wie bei anderen Tools bietet JetBrains sie jedoch unter anderem für Open-Source-Projekte und Studenten an. Kurz nach dem Release sind für beide Tools Hotfixes als Version 2019.1.1 erschienen, die vor allem ein Problem mit Unit-Tests beheben. (rme)