Keep Go-ing: die Popularität von Go unter Entwicklern

Go liegt stark im Trend, ein aktueller Survey unter 11.000 Entwicklern beleuchtet die Hintergründe.

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(Bild: Sashkin/Shutterstock.com)

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Eine aktuelle Umfrage unter Entwicklern zur Programmiersprache Go hat erhoben, in welchem Kontext Programmierer zu Go greifen, wie lange sie schon mit Go programmieren und welche Einsatzszenarien eine Rolle spielen. Auch Verbesserungsvorschläge konnten die Befragten einbringen. An der Studie nahmen rund 11.000 Entwickler teil – doppelt so viele wie im Vorjahr. Die Ergebnisse liegen jetzt vor.

Go zählt in Rankings zu den stärksten Aufsteigern der verwendeten Programmiersprachen, im April 2020 belegte es die Plätze 12 im TIOBE-Index und 14 bei PYPL sowie Platz 15 bei RedMonk im Januar. Trendanalysen sind naturgemäß mit Vorsicht zu genießen und gelten nicht unbedingt als repräsentativ. Die Demographie der Teilnehmer am Go-Survey soll sich hingegen mit der der Befragten von Stack Overflow decken und wird von den Herausgebern des Surveys als repräsentativ für die Go-Developer-Community aufgefasst.

Die Mehrzahl der Teilnehmer nutzt Go täglich und gab an, drei bis zehn Jahre Programmiererfahrung insgesamt (in jeglicher Sprache) zu haben (46 Prozent) oder bis zu 15 Jahre (16 Prozent). Fast ein Drittel der Befragten gab an, Go seit zwei bis vier Jahren zu nutzen – dieser Wert ist im Verhältnis zu den Vorjahren stabil mit steigender Tendenz. Über 70 Prozent gaben an, Go zur Arbeit einzusetzen, während parallel über 60 Prozent Go auch außerhalb verwenden (dieser Wert lag im Vorjahr bei 70 Prozent, allerdings hatte die Studie damals doppelt so viele Teilnehmer).

Etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) der Befragten gab an, auch in anderen Sprachen als Go zu programmieren – dieser Wert ist im Vergleich zum Vorjahr rückläufig (2018: 63 Prozent), liegt allerdings anteilsmäßig im Bereich der Jahre 2016 und 2017. Während der Einsatz von Go weiterhin auf Technologie-Unternehmen konzentriert sei, wachse der Anteil von Nutzern im Bereich Medien und Finanzen. Im Hinblick auf die Anwendungsszenarien kommt Go unabhängig von der Firmengröße überwiegend zum Bau von API/RPC-Services und CLIs zum Einsatz.

Expertise in Programmiersprachen vs. Go-Erfahrung der Befragten

(Bild: The Go Project)

Der Umfrage zufolge versuchen Entwicklerteams, stets auf dem neuesten Stand zu bleiben und führen Updates zeitnah durch – eine Hürde stellt dabei das Einbinden von Drittanbieter-Anwendungen dar, wenn sie noch nicht auf das jeweils neueste Go-Release abgestimmt seien. Module scheinen sich nun allgemein durchgesetzt zu haben, ein wenig Verwirrung um das Paketmanagement bestehe allerdings weiterhin. Drei Viertel der Befragten gaben an, VS Code und GoLand als IDE zu nutzen. Verbesserungspotenzial besteht laut Survey vor allem beim Debugging, der Arbeit mit Modulen und dem Einbinden von Cloudservices.

Zu den Programmiersprachen Go und Rust sind zeitgleich die Ergebnisse zweier Umfragen 2019 erschienen. Beide Sprachen sind als Newcomer seit rund 10 Jahren präsent und zählten in verschiedenen Programmiersprachen-Rankings zuletzt zu den "Aufsteigern" – wobei Go zurzeit offenbar stärker wächst als Rust, das trotz des Interesses seiner Community zuletzt stagnierte. Die Ergebnisse der Go-Developer-Umfrage 2019 lassen sich auf der Projektseite nachlesen, teils sind Vergleiche zu den Vorjahren dort eingearbeitet. Go steht auf der Projektseite zum Download bereit, dort befindet sich auch die Dokumentation des Open-Source-Projekts.

Zu Go gibt es eine Mailingliste bei Google und Go ist bei Twitter vertreten. In der Go-Community gibt es einen Slack-Channel, zu dem man eine automatisierte Einladung abrufen kann. Weitere Ressourcen finden sich bei Reddit und im sogenannten "Awesome Go Feed". Außerdem gibt es einen wöchentlichen Newsletter.

[Update 22.04.2020: Weitere Quellen ergänzt.] (sih)