Kein Kassandraruf: DataStax bringt Kubernetes-Operator für Apache Cassandra

Mit der Veröffentlichung der Kubernetes-Anbindung möchte das Unternehmen das NoSQL-Datenbanksystem im Kubernetes-Umfeld stärken.

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(Bild: Cassandra-Logo: Apache Software Foundation)

Von
  • Rainald Menge-Sonnentag

DataStax hat einen Kubernetes-Operator für Apache Cassandra veröffentlicht. Der Schritt ist in doppelter Hinsicht bemerkenswert, da er einerseits den Versprechen der neuen Führungsriege Taten folgen lässt, sich stärker für die Cassandra-Community zu engagieren. Andererseits möchte DataStax, dass die Open-Source-NoSQL-Datenbank zum Standard für Kubernetes wird.

Das Unternehmen bietet mit DataStax Enterprise (DSE) eine kommerzielle Plattform, die auf Apache Cassandra aufbaut. In den letzten Jahren gab es immer wieder Vorwürfe, dass DataStax sich zu wenig auf diese Wurzeln besinne. Das Unternehmen hatte bereits im November einen Kubernetes-Operator veröffentlicht, der jedoch nur für DSE-Cluster ausgelegt war.

DataStax erwähnt im Blogbeitrag zur Veröffentlichung, dass der Kubernetes-Operator nicht der erste sei. Rücksprachen mit der Community hätten jedoch eine breite Unterstützung dafür gefunden, Kubernetes und Cassandra besser zusammenzubringen. Laut DataStax teilten der Plattformbetreiber Instaclustr, von dem ein Cassandra-Operator in der Alphaphase auf GitHub zu finden ist, sowie Sky und Orange die Meinung, dass es sinnvoll sei, die Bemühungen zu bündeln.

Apache Cassandra solle nach einhelliger Meinung der Unternehmen die Standarddatenbank für Kubernetes werden. DataStax habe beschlossen, den ersten Code zu veröffentlichten, der nun auf GitHub zu finden ist. Dort ist zudem eine Management-API für Apache Cassandra abgelegt.

Die Öffnung mag man als erstes Zeichen des Umdenkens bei DataStax sehen. Ende Oktober letzten Jahres hatte der ehemalige CEO Billy Bosworth in einem Blogbeitrag seinen Rückzug und den Start seines Nachfolgers in Person des ehemaligen Google-VP Chet Kapoor angekündigt. Im Dezember startete Sam Ramji als Chief Strategy Officer (CSO), der ebenfalls vorher als VP bei Google tätig war.

In einem Interview mit der Plattform diginomica betonte Ramji Anfang März die Bedeutung von Open Source und der Community für das Unternehmen: "Das Konzept ist recht einfach: Man arbeitet mit der Community zusammen, um ein Projekt zu stärken, das ein technisches Problem löst, und stellt damit sicher, dass die Open-Source-Anwendung funktioniert und das Unmögliche möglich macht".

Er betonte damals zudem, dass DataStax sich verstärkt darauf konzentriere, das Ökosystem rund um Apache Cassandra zu stärken. So darf man den jetzigen Schritt durchaus als Zeichen sehen, dass das Unternehmen den Worten nun Taten folgen lässt, und hoffen, dass DataStax mit weiteren Bemühungen Apache Cassandra als Open-Source-Projekt statt lediglich die DSE im Fokus hat. (rme)