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Konkurrenz aus den eigenen Reihen: Kickstarter-Kampagne für besseres Eclipse

Ein Eclipse-Entwickler hat eine Crowdfunding-Kampagne für eine Eclipse-basierte Java-IDE lanciert, die einen offenbar entwicklerfreundlicheren Ansatz als der Platzhirsch unter den Java-Entwicklungsumgebungen verfolgt.

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Die quelloffene Entwicklungsumgebung Eclipse bekommt womöglich Konkurrenz aus den eigenen Reihen. Denn Pascal Rapicault, Leiter und Committer von Eclipse-Projekten wie Equinox p2 und PDE, hat eine Kickstarter-Kampagne für das Projekt EasyEclipse gestartet.

Dabei soll eine Eclipse-basierte Java-IDE entstehen, die Java 8, XML, HTML und CSS unterstützt sowie Werkzeuge wie Maven, Ant, Git, Subversion und CVS integriert. Die Unterstützung für Java 8 steht auf der Aufgabenliste des JDT-Teams (Java Development Tools) bei Eclipse derzeit ebenfalls ganz oben. Weitere geplante Features gibt es auf der Kickstarter-Seite. Ziel ist es vorrangig, eine Entwicklungsumgebung aus einem Guss zu schaffen, bei der dem Entwickler die Arbeit der Integration von Plug-ins und anderen Komponenten, wie Anwender sie vom klassischen Eclipse her kennen, abgenommen werden soll.

Eclipse im Umbruch

Rapicault, der sieben Jahre Teil von IBMs Eclipse-Plattform-Team war, begründet sein Projekt damit, dass er schon etliche Jahre unglücklich mit der Perspektive des Platzhirsches unter den Java-Entwicklungsumgebungen gewesen sei. Damit ist er nicht ganz allein, und gerne werden in dem Kontext andere Java-IDEs wie IntelliJ IDEA und NetBeans als Konkurrenten ins Spiel gebracht. Nach Meinung ihrer Fans punkten diese an einigen als modern erachteten Stellen, nach Ansicht anderer haben sie an anderen Stellen aber weiterhin das Nachsehen gegenüber Eclipse. Diskussionen über Editoren nehmen bekanntlich gerne fanatische Züge (s. Emacs vs. vi) an.

Die hinter der Entwicklungsumgebung stehende Eclipse Foundation ist sich dessen bewusst und hat schon einige Male zur Diskussion über die Weiterentwicklung der Plattform eingeladen, auch haben schon etliche Eclipse-Entwickler Überlegungen dazu angestrengt. Ebenfalls eine Crowdfunding zu starten, war seitens der Open-Source-Organisation auch erwogen, dann aber erst mal verworfen worden. Die Community krankt daran, dass sich Eclipse-Initiator IBM in den letzten Jahren zunehmend aus der Entwicklung bei Kernthemen zurückgezogen hat und dafür bis dato an vielen Stellen nur unzureichend Ersatz gefunden wurde.

Anspruchsvolles Ziel

EasyEclipse selbst soll nicht Open Source angeboten werden, doch Rapicault verspricht, dass 20 bis 30 Prozent der Lizenzerlöse in die Entwicklung von Open-Source-Software fließen sollen, was wiederum der Eclipse-Community zugute komme. Wie und wohin die Gelder fließen, soll transparent gemacht werden. Die veranschlagte Summe, die durch Schwarmfinanzierung erreicht werden soll, ist auf 120.000 kanadische Dollar veranschlagt. Um die Summe zu erreichen, hat das Projekt noch 39 Tage Zeit. Bislang sind etwa 4000 Dollar zusammengekommen. (ane)