Künstliche Intelligenz: Initiative fordert rasches Handeln in Deutschland

Die Initiative appliedAI richtet sich zusammen mit 16 Unternehmen an die Bundesregierung und fordert mehr Förderung.

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Künstliche Intelligenz: Positionspapier fordert rasches Handeln in Deutschland

appliedAI, eine Initiative der UnternehmerTUM, hat im Namen der Partner ein Vorschlags- und Positionspapier zur Anwendung Künstlicher Intelligenz (KI) in Deutschland und Europa veröffentlicht. Die Verfasser wollen damit ihre Erfahrungen und Ansichten teilen und Bezug auf das im Juli von der Bundesregierung veröffentlichte Eckpunktepapier für eine Strategie Künstliche Intelligenz nehmen. appliedAI sieht das Papier jedoch nicht als reinen Forderungskatalog, sondern sich selbst als Mitgestalter der Prozesse.

Zu den Unterzeichnern des Positionspapiers gehören neben Vorsitzenden der zu erwartenden deutschen Unternehmen, die im IT-Umfeld aktiv sind, wie Deutsche Telekom AG, Infineon Technologies, Siemens AG und SAP auch deutsches Führungspersonal internationaler IT-Firmen wie Google und Nvidia. Außerdem gehören zu den sechzehn Unterzeichnern Vertreter anderer Industriezweige, darunter die Allianz SE, Linde AG und Wacker Chemie AG.

In dem Positionspapier wird Künstliche Intelligenz als eine entscheidende Schlüsseltechnik des einundzwanzigsten Jahrhunderts bezeichnet. Daher sei es wichtig, dass Deutschland als Industriestandort den Anschluss an KI-Pioniernationen wie die USA, Kanada und China nicht verliert.

Die Bundesregierung müsse mit ihren Aktivitäten dem Ziel folgen, dass Akteure aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft gemeinsam handeln können. Das Papier verweist darauf, dass die Zeit zum Handeln bereits angebrochen sei. Daher dürfe man nicht verharren oder die Entwicklung abwarten. Die Debatten über den breiten Einsatz "für unser aller Wohl" müsse sachlich und konstruktiv geführt werden. Dabei wirft das Papier auch den Blick auf die Veränderungen auf den Arbeitsmark durch den Einsatz von KI.

Explizit warnen die Verfasser vor einer "vergangenheitsorientierten, protektionistischen und risikofokussierten Diskussion". Dann bliebe als einzige Alternative, von den Entwicklungen anderer Nationen ohne große Einflussmöglichkeiten abhängig zu sein.

Das Positionspapier nennt sechs Bereiche, die im Fokus stehen: Die Förderung in und durch Unternehmen, der Forschungsstandort Deutschland, das Bildungssystem, das Gründungs-Ökosystem, der gesellschaftliche Diskurs und Veränderungen im Rechtsraum. Zu allen Punkten nennt appliedAI den jeweils eigenen geplanten Beitrag.

Gerade der rechtliche Aspekt ist ein empfindlicher Bereich, für den die Politik den passenden regulatorischen Rahmen schaffen sollte, der "Chancen eröffnet, Gestaltungsspielraum lässt und Diversität ermöglicht – der aber auch erlaubt rechtzeitig auf ungewünschte Marktentwicklungen zu reagieren." Es müssten zudem schnell die rechtlichen Rahmenbedingungen für offene Datenpools und Testlabore geschaffen werden.

Unter dem Strich sei ein positives Zielbild für Deutschland und Europa wichtig. Außerdem gehören zu den Eckpunkten die gezielte Ausbildung von Fachkräften, die Förderung der Forschung sowie das Einbinden in Schule und Universitäten.

Dr. Andreas Liebl, Manager Director appliedAI Initiative, begrüßt in der Pressemitteilung zur Veröffentlichung des Positionspapiers ausdrücklich das Engagement der Bundesregierung mit ihrer KI-Strategie und fordert schnelles Handeln: "Traut euch, die Eckpunkte jetzt umfassend umzusetzen! Sonst laufen wir Gefahr, wirtschaftlich und technologisch von den USA oder China abgehängt zu werden," (rme)