Menü
Developer

Linkerd 2.0 will mehr als ein Service-Mesh sein

Der Service Mesh, mit dem sich Dienste in einer verteilten Anwendung vernetzen lassen, wurde im Kern neu geschrieben und versteht sich nun als Service-Beiwagen.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen
Linkerd 2.0 will mehr als ein Service-Mesh sein

Linkerd, ein in der Cloud Native Computing Foundation beheimatetes Softwareprojekt, ist nun in Version 2.0 freigegeben worden. Linkerd wird als flexibler "Service Mesh" bezeichnet, mit dem sich Services in einer verteilten Anwendung vernetzen lassen, wie sie beispielsweise in Cloud- oder Microservice-Installationen vorkommen.

Das neue Release bringt zwei wichtige Änderungen. Erstens haben die Entwickler Linkerd vollständig umgeschrieben, um Größenordnungen schneller und kleiner als Linkerd 1.x zu sein. Die Datenebene von Linkerd 2.0 besteht nun aus Rust-Proxies, die weniger Ressourcen verbrauchen und eine geringere Latenz aufweisen. Die in Go geschriebene Kontrollebene ist ebenfalls für mehr Geschwindigkeit und einen geringen Ressourcenverbrauch ausgelegt.

Zweitens geht Linkerd nun offenbar über das Service-Mesh-Modell hinaus. Man spricht im Kern von einem Service-Beiwagen, der auf einem einzigen Service läuft, ohne dass eine clusterweite Installation erforderlich ist. Dies bedeutet wohl, dass Entwickler oder Dienstbesitzer, die keinen Zugriff auf den gesamten Kubernetes-Cluster haben, Linkerd auf ihrem Dienst ausführen und beispielsweise Grafana-Dashboards über die Erfolgsraten, Latenzen und den Durchsatz des Dienstes und ein Topologiediagramm eingehender und ausgehender Abhängigkeiten bekommen.

Das Beiwagenprinzip adressiert anscheinend das Alles-oder-Nichts-Paradigma bei traditionellen Service-Mesh-Modellen. Linkerd 2.0 unterläuft es, indem es ermöglicht, einen Service Mesh inkrementell aufzubauen, also einen Dienst nach dem anderen. Die Installation von Linkerd 2.0 im Dienst erfordert anscheinend keine Konfigurations- oder Codeänderungen.

Linkerd basiert auf dem NIO-Client/Server-Framework Netty und dem RPC-Framework Finagle. Unternehmen wie Paypal und Ticketmaster beziehungsweise Dienste wie WePay, Hush, Studyo und JustFootball arbeiten angeblich alle mit Linkerd. (ane)