Linux Foundation will mit ToIP neuen Standard für digitales Vertrauen schaffen

Trust over IP (ToIP) arbeitet unter dem Dach der Linux Foundation an einem neuen Verifizierungsstandard – für Austausch im Internet mit mehr Transparenz.

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(Bild: Olivier Le Moal/Shutterstock.com)

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Die "Trust over IP (ToIP)"-Foundation ist unter das Dach der Linux Foundation gezogen. Das unabhängige Projekt für Verifizierung im Internet erarbeitet einen gemeinsamen Standard, der künftig für Privatpersonen und Unternehmen die Interaktion miteinander über das Internet transparenter gestalten soll. Einerseits gehe es um zwischenmenschliches Vertrauen, andererseits um Vertrauen in die Technik. Mit ToIP sollen zwei Parteien beim Austausch von Daten unmittelbar prüfen können, ob die Daten aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammen.

ToIP könnte dabei eine Art Gütesiegel werden, das bei digitalen Transaktionen eine zusätzliche "Vertrauensschicht" einzieht, so begründet die Linux Foundation ihre Entscheidung zur Aufnahme des Projekts. Hinter der ToIP-Foundation stehen Organisationen mit jeweils branchenspezifischem Fachwissen in den Bereichen Finanzen, Gesundheitsversorgung und Unternehmenssoftware, die mit Schutz und Verwaltung digitaler Daten und Vermögenswerte betraut sind. Ihnen gehe es darum, mit einem neuen Standard zur Verifizierung von Daten das teilweise verloren gegangene Vertrauen der Menschen in der komplexer werdenden digitalen Unternehmens- und Behördenwelt zurückzugewinnen.

Die Linux Foundation biete mit ihrem Open-Governance-Modell der ToIP-Stiftung geeignete Voraussetzungen, um die Entwicklung neuer Technologie- und Governance-Standards in einem neutralen Rahmen voranzutreiben und branchenübergreifend zusammenzuarbeiten. Eingangs wird die Entwicklung auf vier Arbeitsgruppen aufgeteilt, nämlich in Technical Stack, Governance Stack, Utility Foundry und Ecosystem Foundry. Der neue ToIP-Standard soll mit offenen Standards und Protokollen Online-Identitäten schützen, um so das wechselseitige Vertrauen von Privatpersonen, Unternehmern sowie Non-Profit-Organisationen und Regierungen zueinander im digitalen Raum zu stärken.

Skizze zu Trust over IP - Schaffung eines gemeinsamen, anbieterneutralen Standards zur Verifizierung von Onlinequellen und Onlineidentitäten

(Bild: Linux Foundation)

Künstliche Intelligenz, Edge Computing und das Internet der Dinge (IoT) lösten bei Verbrauchern teils heftige Bedenken bezüglich des Datenschutzes im Internet aus, die Einführung neuer "digitaler Identitäten" stößt bei Laien wie Experten oft auf Sicherheitsbedenken. Für Privatpersonen soll der neue Standard passwortfreies Authentifizieren ermöglichen, digitale Vorgänge vereinfachen und zugleich auch die Privatsphäre besser abschirmen.

Am 7. Mai 2020 um 17 Uhr (MEZ) findet eine digitale Auftaktveranstaltung statt, zu der Interessierte sich bei der Linux Foundation registrieren können. Mehr Informationen zu der Initiative lassen sich der Pressemeldung der Linux Foundation entnehmen. Hintergrundinformationen können Interessierte auch auf der Seite der ToIP-Stiftung nachlesen. (sih)