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MAX 09: Flash Player wird zur Laufzeitumgebung für alle Plattformen [Update]

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Adobe hat eingangs der diese Woche tagenden MAX-Hauskonferenz die Version 10.1 der Flash Player Runtime angekündigt, die noch dieses Jahr als Beta verfügbar sein soll. Die Software, die erstmals auf der im Open Screen Project entwickelten Laufzeitumgebung basiert, funktioniert mit den Desktop-Betriebssystemen Windows, Linux und Mac OS X sowie mit den mobilen Plattformen Windows Mobile und Palm webOS. Mit öffentlichen Betas für Googles Android und Symbian OS ist Anfang 2010 zu rechnen.

Eine jetzt angekündigte Zusammenarbeit zwischen Adobe und Research In Motion (RIM) soll dazu führen, dass der Flash Player auch auf Blackberry-Smartphones läuft. Unterstützung des Flash Player für das iPhone gibt es vorerst nicht. Hierfür ist bislang eine Zusammenarbeit mit Apple nicht zustande gekommen, ohne die eine Umsetzung nicht durchführbar ist.

Die neue Flash-Version ist Adobe zufolge die erste Laufzeitumgebung, die die Webanwendungen und -inhalte sowie sogenannte High-Definition-(HD-)Videos über unterschiedliche Geräte hinweg darstellen kann. Sie soll die GPU-Leistung nutzen können, um die Darstellung von Video- und Grafikinhalten zu beschleunigen, und dabei sparsam mit den Gerätekapazitäten, etwa der Akkuladung, umgehen. Unterstützt werden auch für mobile Geräte typische Funktionen wie Multitouch, Gesten und Eingabeschalter für kleine Bildschirme.

Neu ist die Unterstützung für HTTP-Streamings, darin eingeschlossen die Verschlüsselung der Inhalte durch den Rechteverwaltungsserver Flash Access 2.0, früher bekannt als Flash Media Rights Management Server. Zuvor hatte Adobe hier allein auf das Real-Time Streaming Protocol (RTSP) gesetzt. Das neue offene Protokoll, das unter dem Codenamen Zeri entwickelt wird, soll es Anbietern von Inhalten ermöglichen, das Streaming über existierende HTTP-Infrastrukturen umzusetzen.

Mit dem vergangenes Jahr initíierten Open Screen Project will Adobe das hauseigene Flash als die Standard-Runtime-Plattform für bewegte Inhalte auf unterschiedlichen Geräten etablieren. In der Initiative arbeitet der Spezialist für Bildbearbeitungssoftware mit einer Reihe von rund 50 Geräteherstellern sowie Telekommunikations- und Fernsehfirmen zusammen, darunter seit heute auch mit Google.


[Update:]

Die neue Version des Flash Player wird es – zu Intels Leidwesen – nicht mehr nur für x86-CPUs, sondern auch für ARM-Chips aus den Cortex-A-Baureihen geben. Das dürfte Wasser auf die ARMs Mühlen sein, denn bislang waren Webseiten mit Flash-Inhalten eher ein Show-Stopper für ARM-Netbooks. Intel hingegen wurde in den letzten zwei Jahren nicht müde, eben das dem Rivalen aufs Brot zu schmieren. (ane)