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MSBuild: Microsoft stellt Build-System unter Open-Source-Lizenz

Nach ASP.NET vNext, großen Teilen des .NET Framework sowie der .NET-Laufzeitumgebung wurde nun auch das Build-Werkzeug Microsoft.Build quelloffen zur Verfügung gestellt.

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MSBuild: Microsoft stellt Build-System unter Open-Source-Lizenz

Seit kurzem findet man auf der Hosting-Website GitHub das Projekt Microsoft.Build, auch bekannt als MSBuild. Damit veröffentlicht Microsoft einen weiteren, wichtigen Teil seiner Entwicklungsplattform .NET als Open Source-Projekt und öffnet die Türen für die Portierung auf andere Plattformen. Unter der MIT-Lizenz stehend, übergibt der Softwarehersteller das Projekt der .NET Foundation, um die Weiterentwicklung gemeinsam mit der Community zu ermöglichen.

MSBuild ermöglicht das Orchestrieren und Bauen von Softwarekomponenten und Anwendungen. MSBuild wird in Visual Studio zum Erzeugen von verwalteten Anwendungen verwendet, hängt aber technisch nicht von der IDE ab. Daher lässt sich diese Engine auch in Umgebungen einsetzen, in denen Visual Studio nicht installiert ist, zum Beispiel auf Build-Servern zum automatischen Erstellen von Softwareprodukten. Im Kern besteht die Engine aus dem Kommandozeilentool msbuild.exe. Dieses Tool arbeitet auf einem XML-Format, mit dem komplexe Build-Prozesse beschrieben werden können. Visual-Studio-Projekte enthalten eine solche Prozessbeschreibung und lassen sich daher direkt als Kommandozeilenparameter an das Tool übergeben.

Aufgaben in einem Build-Prozess werden durch Build Tasks abgebildet. Diese können beliebig erweitert und in die Build-Definition eingehängt werden. Microsoft bietet unter Microsoft.Build zusätzlich eine API an, mit der sich programmatisch auf die Engine zugreifen lässt. Dadurch wird es möglich, den Erstellungsprozess komplett an eigene Bedürfnisse anzupassen und komplexe Szenarien abzubilden.

Der Softwarehersteller ruft die Community auf, sich an der Entwicklung zu beteiligen. Dazu stehen ein Contributing Guide und ein Developer Guide mit Details zum Vorgehen bereit. Insbesondere verspricht Microsoft sich davon, dass MSBuild auf andere Plattformen portiert wird und so auch für Linux und OS X zur Verfügung steht. Die Offenlegung des Codes von MSBuild ist sicherlich kein unwichtiger Schritt für die Strategie von Microsoft. Nachdem neben ASP.NET vNext und dem neuen HTTP-Server Kestrel weitere große Teile des .NET Framework sowie die .NET-Laufzeitumgebung (CoreCLR) offen gelegt wurden, macht es Sinn, die Unterstützung für Build-Prozesse auf andere Plattformen zu bringen. (Robin Sedlaczek) / (ane)