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Magazin für Softwareentwickler: Das Ende des Dr. Dobb's Journal

Nach 38 Jahren wird das Dr. Dobb's Journal endgültig eingestellt: Nach dem Ende der Print-Ausgabe vor rund sechs Jahren werden ab 2015 keinen neuen Artikel mehr auf der Website des ältesten IT-Medien-Angebots für Softwareentwickler eingestellt werden.

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Chefredakteur Andrew Binstock verabschiedet sich von Dr. Dobb's Journal.

Nachdem schon vor knapp sechs Jahren die Print-Ausgabe des Dr. Dobb's Journal eingestellt wurde, soll kommendes Jahr der Online-Auftritt folgen. Chefredakteur Andrew Binstock hat nun bekannt geben müssen, dass es dann dort keine neuen Inhalte mehr geben werde. Die bislang dort zu publizierten Texte werden aber wohl auch weiterhin zu finden sein.

Das Dr. Dobb's Journal war im Januar 1976 das erste Computer-Magazin, das sich speziell mit Software beschäftigte und an Softwareentwickler richtete. Andere Angebote der Informationstechnik setzten damals den Schwerpunkt allein auf Hardware. Zwischenzeitlich konnte das monatlich erscheinende Heft eine Auflage von 100.000 Exemplaren aufweisen.

Seine Bedeutung in den Folgejahren gibt auch wieder, dass Richard Stallman sein GNU-Manifest 1985 in Dr. Dobb's veröffentlichte, und auch noch in den vergangenen Jahren fanden sich auf der verbliebenen Online-Präsenz des Magazins Beiträge bekannter Softwareentwickler wie Allen Holub, Andrew Koenig, Herb Sutter, Scott Ambler und Walter Bright.

Die Website hat laut Binstock zuletzt zulegen können, doch seien die Einnahmen zurückgegangen, weswegen der Eigentümer, United Business Media (UBM), dem unter anderem auch die IT-Medien CRN Magazine und Information Week gehören, nun die Reißleine gezogen habe. Mittlerweile machten die Werbeeinnahmen nur noch 30 Prozent dessen aus, was noch vor vier Jahren eingestrichen werden konnte.

Die Anzeigenkunden sind laut Binstock zur Erkenntnis gekommen, dass Anzeigen auf Webseiten weniger wirksam seien als noch vor einigen Jahren. Die Konkurrenten BZ Media, dem die SD Times gehört, und c4Media, der Eigner von InfoQ, machten ähnliche Erfahrungen. Der Versuch, die Verluste mit kleineren Konferenzen aufzufangen, ist offenbar auch nicht von Erfolg gekrönt gewesen, zumal UBM insgesamt mehr auf Großveranstaltungen wie die Black Hat Briefings und die Interop wertlegt und ungern die Ressourcen auf verhältnismäßig gering wachsende Nischenevents verteilen will. (ane)