MariaDB Platform X4 verbindet Block- und Object-Storage

Die neue Version der Datenbank soll Entwicklern gleichermaßen Zugriff auf Cloud-native- wie auf klassische blockbasierte Speichersysteme verschaffen.

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MariaDB veröffentlicht eine spaltenorientierte Datenbank-Engine
Von
  • Matthias Parbel

MariaDB Corporation, das Unternehmen hinter der aus MySQL hervorgegangenen gleichnamigen Datenbank, kündigt mit der MariaDB Platform X4 eine neue Produktversion an, die eine kombinierte Anbindung von Block- und Object-Storage für sogenannte Smart Transactions ermöglicht.

Unter Smart Transactions versteht der Anbieter Anwendungen, die transaktionale mit analytischen Abfragen kombinieren. Die Grundlage dafür hatte die MariaDB Corporation bereits im vergangenen Jahr mit der Platform X3 geschaffen, die Online Transaction Processing (OLTP) mit Online Analytical Processing (OLAP) verbindet.

Den meist simplen Datenbankoperationen typischer Web- und Mobile-Applikationen wollen die MariaDB-Macher ein Upgrade verpassen. Dazu sollen die für zeilenbasierten Datenbanken üblichen CRUD-Operationen (create, read, update, delete) mit den auf spaltenorientierte Datenbanken zugeschnittenen Analyseabfragen innerhalb einer DB-Plattform verschmolzen werden. Erst dadurch würden Smart Transactions möglich, die beispielsweise die Darstellung eines täglichen Abflugplans von Airlines mit der jeweiligen Wahrscheinlichkeit kombinieren, dass ein Flieger auch pünktlich abheben wird, wie Shane Johnson im MariaDB-Blog erläutert.

Voraussetzung dafür ist, dass die Datenbank sowohl auf die blockbasierten Speichersysteme für die transaktionalen Daten wie auch auf die spaltenorientierten Datenspeicher mit ihren Object-Storagesystemen zugreifen kann. In MariaDB Platform X4 ist der ColumnStore daher als integrierbare Storage Engine ausgelegt, die sich mit zeilenbasierte Datenbanken wie InnoDB und MyRocks kombinieren lässt. MariaDB implementiert damit eine Cloud-native Storage-Architektur, die dem ColumnStore nicht nur Zugriff auf Object-Storage in der Cloud – beispielsweise AWS S3 und vergleichbare Speicherdienste – verschafft, sondern gleichermaßen auch auf On-premises-Systeme wie Red Hat Ceph Storage.

MariaDB Platform X4 bündelt den Zugriff auf Block- und Object-Storage.

(Bild: MariaDB)

Über die architekturbedingten Änderungen hinaus bietet die neue Version von MariaDB Entwicklern auch unmittelbare Unterstützung bei Queries. Abfragen werden auf der Grundlage von Verhalten und Leistung an die jeweils am besten geeignete Engine weitergeleitet, sodass eine vorangehende Trennung von transaktionalen und Analyseabfragen entfallen kann. Darüber hinaus erledigt MariaDB die Replikation von Daten bei der Speicherung in zeilen- und spaltenorientierten Storagesystemen nativ und ohne Konfigurationsaufwand für die Nutzer.

Weitergehende Informationen finden sich in der Ankündigung der MariaDB Platform X4. Zunächst steht MariaDB ColumnStore 1.4 als Plug-in für MariaDB Enterprise Server 10.4 Kunden mit Servicevertrag zur Verfügung. In der für Ende Januar angekündigten Alpha-Version 10.5 des MariaDB Community Server wird der überarbeitete ColumnStore integraler Bestandteil sein. (map)