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Mathematik-Software Octave 4: Grafische Benutzeroberfläche wird zum Standard

Die quelloffene MATLAB-Alternative hat neben einer neuen Oberfläche eine neue Syntax für objektorientierte Programmierung erhalten, nutzt OpenMP (sofern installiert) und soll kompatibler zur kommerziellen Vorlage sein.

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Grafische Benutzeroberfläche wird mit Octave 4 Default

Die Version 4.0 des GNU-Projekts Octave zur Lösung mathematischer Probleme ist fertig und steht zum Download bereit. Wie bei der Veröffentlichung von Octave 3.8 angekündigt, startet die aktuelle Variante nun standardmäßig mit der zuvor lang angefragten grafischen Benutzeroberfläche. Ist das nicht gewünscht, können Nutzer das als MATLAB-Alternative angedachte Projekt auch mit der Option --no-gui öffnen, wodurch sich Octave wie gewohnt auf der Kommandozeile, allerdings mit GUI-Dialogen und dem Qt Plotting Toolkit, nutzen lässt. Noch minimalistischer geht es wohl, wenn man mit der Option --no-gui-libs (nur Kommandozeilen-Interface und fltk-Toolkit zum Plotten) startet.

Für grafische Darstellungen kommt nach der Aktualisierung per Default OpenGL mit Qt Widgets zum Einsatz. Sollte die Grafikbibliothek in der Build-Phase von Octave nicht zur Verfügung stehen, wird stattdessen gnuplot zur Darstellung genutzt. Zum Umschalten auf ein anderes Toolkit lassen sich auch die Befehle graphics_toolkit ("fltk") oder graphics_toolkit ("gnuplot") verwenden.

Die Entwickler haben die Octave-Sprache mit einer neuen Syntax für objektorientierte Programmierung sowie zusätzlichen Audiofunktionen und -klassen ausgestattet. Um darüber hinaus kompatibler zu MATLAB zu sein, wurden unter anderem Optionen zum Deaktivieren bestimmter speicheroptimierender Aktionen eingeführt, die Interpolationsfunktionen überarbeitet und die Funktion zum Durchführen einer Delaunay-Triangulation für dreidimensionalen Input ausgebaut (delaunay3 ist damit nicht mehr nötig). Als ergänzende Funktionen sind beispielsweise im2frame, metaclass, rotate und validateattribute hinzugekommen.

Octave-Nutzer, die auf die neue Version umsteigen, sollten beachten, dass einige der als veraltet markierten Funktionen und Schlüsselwörter der letzten Releases nun endgültig entfernt wurden. Darunter fallen unter anderem cut, cor, polyderiv und static. Zudem haben die Entwickler auch dieses Mal einige Funktionen für überholt erklärt – entsprechende Auflistungen lassen sich auf einer News-Seite des Projekts finden. (jul)