Mehr Kubernetes braucht das Land: IBM schickt drei neue Projekte ins Spielfeld

Kabanero, Appsody und Codewind: Mit drei neuen Open-Source-Projekten will IBM das Entwickeln Cloud-nativer Apps mit Kubernetes vorantreiben.

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(Bild: dpa, Christian Charisius)

Von
  • Björn Bohn

IBM hat im Rahmen der OSCON (Open Source Software Conference) in Portland gleich drei neue Open-Source-Projekte vorgestellt, die sich rund um die Entwicklung von Applikationen mit der Container-Orchestrierung Kubernetes drehen. Die Tools hören auf die Namen Kabanero, Appsody und Codewind und sollen zusammen ein Gesamtpaket ergeben, mit dem Entwickler Apps auf Basis von Kubernetes erstellen und deployen sowie deren Lebenszyklus verwalten können.

Der ursprüngliche Codebeitrag für Codewind stammt aus dem IBM-Projekt Microclimate, bei dem es sich um eine eigene Entwicklungsumgebung für containerisierte Applikationen handelt. Nach einer rund einjährigen Testphase entschloss sich IBM, auf Eclipse Che für die in der Cloud gehostete IDE zu setzen und in puncto Continuous-Delivery-Pipelines auf das Projekt Tekton Pipelines zu setzen. Da sich viele Entwickler allerdings eine Integration der Open-Source-Werkzeuge in die IDE ihrer Wahl wünschten, entschloss sich IBM die Microclimate-Installation auf das Wesentliche zu reduzieren. Das daraus entstandene Projekt wird zukünftig bei der Eclipse Foundation als Eclipse Codewind ein Zuhause finden.

Der Aufbau von IBM Microclimate

(Bild: IBM)

Codewind verfügt über Plug-ins in die Entwicklungsumgebungen Eclipse und Eclipse Che sowie eine Erweiterung für Visual Studio Code. Eine gemeinsame Bibliothek soll die Funktionen des Produkts konsistent an alle IDEs ausliefern. Dazu zählen unter anderem die Möglichkeit, Projekte aus Templates zu generieren oder in Docker zu starten, die Applikation auf Kubernetes auszurollen sowie eine Reihe an Update- und Testfunktionen. Darüber hinaus soll Codewind eine Migration zu Docker und Kubernetes vereinfachen und validieren, ob bestehender Code den Best Practices für eine Cloud-native Entwicklung folgt.

Wer mehr über Codewind lernen möchte, findet auf der offiziellen Website weitere Informationen. Die Dokumentation bietet eine Anleitung zur Installation.

Mit Appsody will IBM Entwicklern vorgefertigte Technologie-Stacks anbieten, mit denen der Einstieg in die Cloud-native Welt leichter von der Hand gehen soll. Zur Verfügung stehen derzeit Vorlagen für Java-MicroProfile, Spring, Node.js, Node.js Express und Swift. Entwickler sollen die Stacks konfigurieren und über ein zentrales Hub verwalten können. Neben dem Zuschnitt auf verschiedene Programmiersprachen und Anforderungen bieten die Sammlungen wohl Health Checks, Monitoring und OpenAPI-Beschreibungen – Appsody integriert dafür neben Kubernetes auch das Monitoring-Tool Prometheus sowie Tekton Pipelines. Ein Kommandozeilenwerkzeug gibt es obendrauf.

Auch hier bietet die offizielle Website samt Dokumentation weitere Details. Weitere Stacks sollen in Zukunft folgen.

Das ebenfalls vorgestellte Projekt Kabanero soll Codewind und Appsody zusammen mit dem Serverless-Werkzeug Knative, dem Service-Mesh Istio und den Tekton Pipelines zu einem Gesamtpaket schnüren. Das Framework soll Entwicklern bekannte Laufzeitumgebungen und Frameworks wie Node.js, Java oder Swift in eine DevOps-Toolchain integrieren, die für die Entwicklung mit Kubernetes nativ ausgelegt ist.

Der Funktionsumfang von Kabanero

(Bild: IBM)

Kabanero soll wohl den kompletten Lebenszyklus von Kubernetes-Applikationen handhaben können – angefangen bei der Modernisierung bestehender Applikationen über das Entwickeln neuer Apps bis hin zum Lifecycle-Management der Projekte. Damit umfasst Kabanero scheinbar die Arbeitsbereiche von Entwicklern, Architekten und Admins. Vorgefertigte Deployment-Strukturen für Kubernetes und Knative nutzen Kubernetes Operator und Helm Chart.

Wer mehr über Kabanero erfahren möchte, ist mit der offiziellen Website gut beraten, die auch ein Einführungsvideo in den Kabanero-Workflow bietet. (bbo)