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Mehr NoSQL in PostgreSQL 9.4

Das neue, jetzt freigegebene Release der Open-Source-Datenbank beschleunigt die JSON-Verarbeitung und bietet eine neue API für das Analysieren und Verarbeiten von Replikationsdaten.

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Die PostgreSQL-Entwickler haben die Version 9.4 ihres quelloffenen, objektrelationalen Datenbankmanagementsystems veröffentlicht. Im neuen Release wurde der Schwerpunkt unter anderem auf die Verbesserung der JSON-Funktionen (JavaScript Object Notation) gelegt. Der neue Datentyp JSONB (steht für "binary JSON") soll die Verarbeitung des im Web verbreiteten Datenaustauschformats beschleunigen. Er entbindet Benutzer offenbar von der Wahl zwischen relationaler und nichtrelationaler Datenbank; mit JSONB bekommt man beides zur selben Zeit.

Gestützt durch sogenannte Generalized Inverted Indices (GIN), versprechen sich die Entwickler von JSONB eine schnelle Suche mit einfacher Syntax. Andere Funktionen in dem Umfeld ermöglichen es dem Benutzer, in JSON-Daten zu suchen und sie zu manipulieren, und zwar in einer von dokumentenorientierten Datenbanken gewohnten Geschwindigkeit. Außerdem lassen sich mit JSONB strukturierte und unstrukturierte Daten miteinander kombinieren.

Die neue Logical Decoding API des Datenbankmanagementsystems ermöglicht es zudem, Replikationsdaten zu analysieren und zu modifizieren. Das soll die Grundlagen für neue Werkzeuge legen, die das Verteilen der Daten schneller und flexibler gestalten. Weitere Überarbeitungen im Replikationsmechanismus, wie Replikations-Slots und zeitverzögerte Replika-Server, bieten außerdem neue Möglichkeiten und ein offenbar verbessertes Management replizierter Datenbanken.

Zusätzlich lassen sich Systemeinstellungen in der Datei postgresql.conf nun mit dem SQL-Kommando ALTER SYSTEM SET ändern. Diese Werte schreibt der Server postgresql.conf.auto. Er liest diese beim Start als Letzte, sodass ihr Inhalt Vorrang vor postgresql.conf hat.

Die Entwickler weisen zudem auf etliche Performance-Verbesserungen hin: So sehen sie bei den GIN-Indizes eine bis zu dreimal höhere Geschwindigkeit bei bis zu 50 Prozent weniger Platzbedarf. Materialized Views lassen sich jetzt im Hintergrund aktualisieren, ohne laufende Abfragen zu blockieren, was schnellere und aktuellere Reports ermöglichen soll. Schließlich sieht man ein schnelleres Aufwärmen des Datenbank-Cache beim Neustart mit pg_prewarm und ein schnelleres paralleles Schreiben in das PostgreSQL-Transaktions-Log. (ane)