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Microsoft Build 2016: Xamarin wird Teil von Visual Studio und Open Source

Sowohl Visual-Studio-Nutzer als auch Entwickler auf OS X können Xamarin nun kostenfrei nutzen. Außerdem werden iOS-Apps nun beim Debugging auf Windows sichtbar.

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(Bild: Microsoft)

Einen Monat nach der Ankündigung der Übernahme der Firma Xamarin mit ihren gleichnamigen Cross-Platform-App-Entwicklungswerkzeugen hat Microsofts Executive Vice President Scott Guthrie auf der Build-Konferenz in San Francisco konkretisiert, wie es nun mit den Tools weitergeht.

Den größten Applaus erntete Guthrie mit der Ankündigung, dass Xamarin zukünftig in Visual Studio ohne Zusatzkosten enthalten sein wird und sich dies nicht nur auf die kostenpflichtigen Professional- und Enterprise-Versionen, sondern auch auf die kostenfreie Community Edition beziehe. Für Entwickler, die Xamarin auf OS X verwenden, gibt es die auf Mono Develop aufsetzende Entwicklungsumgebung Xamarin Studio nun auch kostenfrei unter dem Namen "Xamarin Studio Community". Die Lizenzbedingungen dafür sollen denen für Visual Studio Community ähneln, heißt es in einem Blogeintrag von Microsoft-Direktor John Montgomery. Xamarin Studio Community wird eine abgespeckte Version sein; den vollen Funktionsumfang von Xamarin Studio erhalten nur Abonnenten von Visual Studio Professional oder Enterprise. Diese müssen für die OS-X-IDE aber nicht extra zahlen.

Xamarin hat seine Preislistenseite bereits umgestellt und zeigt statt der bisherigen, von vielen Entwicklern als zu hoch empfundenen, Preise den kostenfreien Download von Xamarin Studio Community for Mac sowie Visual Studio Community mit Xamarin. Welche Feature-Unterschiede es zwischen den Community-Versionen und den in Visual Studio Professional und Enterprise enthaltenen Xamarin-Werkzeugen geben wird, ist dabei bisher nur sehr grob mit Worten wie "Additional subscriber benefits" und "Enterprise capabilities" umrissen. Klargestellt ist hingegen, dass es für die Xamarin Test Cloud nur 25 Prozent Rabatt gibt und diesen auch nur mit Visual Studio Enterprise. Für mehr Informationen ist derzeit nur eine E-Mail-Adresse auf der Preisseite hinterlegt.

Ebenso beklatscht wurde Guthries Ankündigung, dass die Xamarin-Laufzeitumgebung, -Bibliotheken und Kommandozeilenwerkzeuge nun im Rahmen der .NET Foundation Open Source werden. Die Freigabe der Quellen soll in den kommenden Monaten vollzogen werden. Die Open-Source-Zusage umfasst auch das Mono Framework, die .NET-Implementierung für Linux, Mac OS und Windows, die Basis für Xamarin ist. Von der Ankündigung ausgenommen sind die grafischen Entwicklungswerkzeuge – was der Strategie bei Microsoft .NET entspricht, wo inzwischen alles außer Visual Studio Open Source ist.

Im Rahmen der Keynote stellte Xamarin-Gründer Miguel de Icaza auch neue Features in den Xamarin-Werkzeugen vor. So sieht ein Entwickler eine iOS-App nun direkt auf seinem Windows-PC. Wie bisher ist für die Übersetzung ein OS-X-System notwendig, die grafische Ansicht der App läuft aber im iOS-Simulator auf Windows. Entwickler müssen nicht mehr auf das Apple-System schauen, was Icaza mit den Worten kommentierte, dass sie nun nicht mehr in Drehstühle investieren müssten.

Der iOS-Simulator zeigt eine iPhone-App auf Windows.

Der iOS-Simulator unterstützt darüber hinaus Touch-Gesten. Um Enwickler beim Erlernen der App-Entwicklung zu unterstützen, will Xamarin neue Tutorials anbieten, deren Ergebnisse sich direkt im Emulator betrachten lassen. Der Lernende kann den Quellcode verändern und die Auswirkungen direkt sehen. Grundlage dafür ist die .NET Compiler Platform "Roslyn". In der Keynote zeigte Icaza dies für Android, es soll aber auch für iOS und Windows funktionieren. (Holger Schwichtenberg) / (jul)