Microsoft Build 2020: Neue Werkzeuge für Windows-Entwickler

Der Windows Package Manager, Version 1.0 des Windows Terminal und ein neues Release des Windows Subsystems für Linux sind Highlights für Windows-Developer.

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Scott Hanselman präsentiert das neue Windows Terminal.

(Bild: Microsoft)

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Microsoft hat auf seiner Entwicklerkonferenz einen neuen Paketmanager für die kommandozeilenbasierte Einrichtung von Entwicklersystemen veröffentlicht. Das Windows Terminal ist in Version 1.0 fertig, ebenso die zweite Version des Windows Subsystems für Linux. Zukünftig sollen auch Linux-GUI-Anwendungen auf Windows laufen.

Mit dem Windows Package Manager will Microsoft insbesondere Softwareentwicklern auf einfache Weise ermöglichen, ihre Entwicklersysteme reproduzierbar zu installieren. Der Windows Package Manager besteht aus zwei Teilen: Das Windows Package Manager Community Repository umfasst eine Sammlung von Manifest-Dateien im YAML-Format, die eine zu installierende Anwendung mit ihrer Installationsquelle festlegen. Das folgende Listing zeigt ein Beispiel für eine solche Manifestdatei:

Id: Notepad++.Notepad++
Name: Notepad++
AppMoniker: NPP
Version: 7.8.6
Publisher: Notepad++
Author: DonHo
License: Copyright - GPL License
LicenseUrl: https://github.com/notepad-plus-plus/notepad-plus-plus/blob/master/LICENSE
MinOSVersion: 10.0.0.0
Homepage: https://notepad-plus-plus.org/
Tags: "notepad,text editor,notepadPP, notepad++, editor"
InstallerType: exe


# ======================= Installers ==================


Installers:
- Arch: x64
Url: https://github.com/notepad-plus-plus/notepad-plus-plus/releases/download/v7.8.6/npp.7.8.6.Installer.x64.exe
Sha256: 03B3A8E2D0395B2DCAF7CD30CB47106EBAC678CBCD72E81BB5EE0E618927D3DD
Language: en-US
Switches:
Silent: "/S"
SilentWithProgress: "/S"

Als Client kommt eine Kommandozeilenanwendung (winget.exe) zum Einsatz, die Microsoft derzeit als MSIX-Paket auf GitHub als Version"0.1 Preview" anbietet. Aktuell sind bereits einige Dutzend Manifestdateien verfügbar, darunter Frameworks wie Node.js, Oracle JRE und OpenJDK sowie Anwendungen wie Git, DropBox, Chrome, Firefox, Opera, Zoom, Spotify, CCleaner, Notepad++, vim, TreeSize, FileZilla, OBS Studio, VLC, WhatsApp und 7Zip. Auch eine Ubuntu-Installation für das Windows Subsystem for Linux (WSL) ist dabei.

Da sich die Anwendungen nicht auf typische Entwicklerprodukte beschränkt, könnte der Windows Package Manager auch außerhalb der Entwicklergemeinde auf Interesse stoßen. Jeder kann Manifestdateien per Pull Request in das Repository des Windows Package Manager einbringen. Beim Erstellen einer Manifestdatei hilft das von Microsoft bereitgestellte PowerShell-Skript YAMLCreate.ps1.

Mit winget.exe lassen sich auch Manifeste aus anderen Quellen einschließlich der lokalen Festplatte installieren. Allerdings ist der neue Paketmanager auf Windows 10 ab Version 1709 (Creators Update) beschränkt.

In einem Blogeintrag betont Microsoft, dass der neue Paketmanager eine Ergänzung zum bestehenden Microsoft Store auf Kommandozeilenebene darstellen und nicht den Microsoft Store ablösen soll. Der Windows Package Manager soll auch keine Bezahlsysteme umfassen. Der Blogeintrag begründet auch, warum Microsoft die Notwendigkeit für einen weiteren Paketmanager in Ergänzung zu bestehenden Lösungen wie Chocolatey, Scoop, AppGet, Npackd und den eigenen OneGet-Paketmanager für PowerShell sieht. Microsoft will ein vertrautes Repository erschaffen, indem die Manifeste automatisch geprüft werden. Der Konzern will dazu unter anderem SmartScreen, das im Edge-Browser zum Einsatz kommt, verwenden.

Windows Terminal, die neue Eingabeaufforderung für Windows, ist in der ersten stabilen Version erschienen. Microsoft hatte das Windows Terminal erstmals auf der Build 2019 vorgestellt. Seitdem sind mehrere Vorabversionen erschienen. Die nun herausgegebene Version 1.0.1401 kann in mehreren Registerkarten verschiedene Shells hosten: klassische Windows Shell, Windows PowerShell, PowerShell Core, PowerShell oder Bash im Rahmen des Windows Subsystem for Linux (WSL). Auch die Nutzung als Cloud Shell für Azure ist möglich. Vorteile der neuen Shell sind die bessere Unterstützung für Zeichensätze, die schnellere Textdarstellung durch GPU-Beschleunigung und die optische Anpassbarkeit.

WinGet 0.1 in Windows Terminal 1.0 installiert Notepad++

Microsoft stellt Windows Terminal im Windows Store oder als MSIX-Paket auf GitHub bereit.

Das seit der letzten Build-Konferenz neu gestaltete Windows Subsystem for Linux (WSL), das in Windows 10 2004 enthalten ist, will Microsoft weiter ausbauen. Bald hinzukommen soll GPU-Unterstützung sowie die Ausführbarkeit von Linux-Anwendungen mit grafischer Benutzeroberfläche (GUI). Bisher ist WSL auf Kommandozeilenoberflächen beschränkt.

Die Linux-Variante von GIMP läuft auf Windows im Windows Subsystem for Linux (WSL)

(Bild: Build-2020-Keynote)

(ane)