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Microsoft: Visual Studio Community ersetzt Express-Editionen

Microsoft bietet zukünftig für Open-Source-Entwickler und kleine Teams eine neue kostenfreie Variante seiner Entwicklungsumgebung, die funktional der Professional Edition ähnelt.

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Visual Studio Community Edition nennt Microsoft die neue kostenfreie Variante seiner Entwicklungsumgebung Visual Studio, die die bisherige Express-Produktlinie ersetzt. Visual Studio Express ist bisher nicht ein einzelnes Produkt, sondern eine Produktfamilie mit aktuell drei Mitgliedern, mit denen man jeweils immer nur eine bestimmte Anwendungsart (Webanwendungen, Apps und Desktop-Anwendungen) entwickeln kann. Die neue Community Edition hebt diese Trennung auf und bietet genau wie die kommerziellen Ausgaben (Professional, Premium und Ultimate) Werkzeuge für alle Anwendungsarten.

Zudem wird die neue Community-Edition auch das Laden von Add-ins und damit die Nutzung von Erweiterungen von Drittanbietern unterstützen, was den Express-Nutzern bisher versagt blieb. Dies gab Microsoft Executive Vice President Scott Guthrie am Mittwoch im Rahmen der Online-Konferenz connect(); bekannt.

Die neue Visual Studio Community Edition kann kostenfrei nicht nur von Open-Source-Entwicklern, die mit einer von der OSI autorisierten Lizenz arbeiten, sondern auch für kommerzielle Projekte eingesetzt werden. Allerdings ist die Verwendung auf Unternehmen mit weniger 250 Mitarbeiter und eine Millionen US-Dollar Umsatz beschränkt. In diesen Unternehmen dürfen dann bis zu fünf Mitarbeiter die Visual Studio Community Edition benutzen.

Diese Mengenrestriktion entspricht den Bedingungen für die kostenfreie Nutzung der Quellcodeverwaltung, der Aufgabenverwaltung und des Build-Systems von Microsofts Cloud-basiertem ALM-Dienst (Application Lifecycle Management) Visual Studio Online. Kleine Entwicklungsteams haben also zukünftig eine kostenfreie Entwicklungsumgebung auf dem Client und dem Server. Ohne Mengenrestriktionen können Hochschulen und Studierende die Visual Studio Community Edition nutzen. Auch der Einsatz in Schulungen ist unbegrenzt erlaubt.

Den Umstieg von der Express-Produktfamilie will Microsoft nicht erst im Rahmen der nächsten Version, die den Namen Visual Studio 2015 tragen soll, sondern bereits im Rahmen von Update 4 für Visual Studio 2013 vollziehen, das ab Mittwochabend zum Download bereitsteht. Auch die bisherigen 2013er-Express-Versionen werden vorerst weiterhin im Netz zu finden sein. Eine Aktualisierung auf die Version 2015 wird Microsoft aber nicht vornehmen.

Microsoft hatte die Express-Produktfamilie erstmals eingeführt, damals noch für Desktop-Anwendungen getrennt nach Programmiersprachen (Visual Basic Express Edition, Visual C# Express Edition und Visual C++ Express Edition) und einem weiteren Produkt namens Visual Web Developer Express Edition für die Entwicklung von Webanwendungen mit C# und Visual Basic.

Im Rahmen der connect();-Veranstaltung gab Microsoft auch weitere funktionale Neuerungen für Visual Studio 2015 und den kommenden Team Foundation Server 2015 bekannt. Dazu gehört ein schneller Android-Emulator für die Cross-Plattform-Entwicklung mit Cordova, ein neuer Projekttyp "Cloud Deployment Project" für die Vereinfachung der Installation bestehender Anwendungen in die Cloud sowie die Integration des von Microsoft Research entwickelten Unit-Testing-Generators PEX in Visual Studio. Bisher war PEX als Power Tool beziehungsweise Add-in mit Namen Code Digger verfügbar. Für den lokalen Team Foundation Server liefert Microsoft zukünftig auch Build Agents für andere Betriebssysteme, und für die Cloud-Variante des TFS integriert Microsoft seine Release-Management-Software.

Nach den bisher vier erschienen "Community Technology Preview"-Versionen unter dem Namen Visual Studio 14 nennt Microsoft die heute gezeigte Vorabversion einfach nur "Visual Studio 2015 Preview. Das fertige Produkt soll im nächsten Jahr erscheinen. Der nächste Team Foundation Server (TFS) wird aber dieses Mal nicht zeitgleich erscheinen.

Zu den auf der connect();-Konferenz angekündigten Neuerungen siehe auch auf heise Developer: