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Microsoft stellt Visual Studio Online als öffentliche Preview vor

Der Name "Visual Studio Online" mag langjährige Microsoft-Kenner verwirren, die Funktionsweise ist allerdings klar: eine Entwicklungsumgebung in der Cloud.

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(Bild: dpa, Ted S. Warren/AP/dpa)

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Im Rahmen der hauseigenen Konferenz Ignite hat Microsoft die erste öffentliche Preview-Version für Visual Studio Online vorgestellt. Diejenigen, die dem Namen des Produkts noch unbedarft gegenüberstehen, werden einen Codeeditor identifizieren, mit dem Entwickler im Browser und auf entfernten Systemen programmieren können.

Wer langjähriger Nutzer von Microsoft-Produkten ist, mag jedoch verwirrt sein: Visual Studio Online war ebenfalls der frühere Name der Azure DevOps Services, einer Cloud-Variante des Team Foundation Server.

Eine kurze Geschichtsstunde der Produktnamen: Microsoft hat den Namen von November 2013 bis November 2015 für die heutigen Azure DevOps Services verwendet. Deren Umbenennung erfolgte dann im Rahmen der Entwicklerkonferenz connect(); 2015, und zwar zu Visual Studio Team Services. Grund dafür war, dass die meisten Kunden fälschlicherweise eine Cloud-Variante der Entwicklungsumgebung Visual Studio erwarteten. Darauf folgte dann mit der Änderung in Azure DevOps im September 2019 eine Zusammenführung des Werkzeugs mit dem Team Foundation Server unter der Dachmarke der Microsoft-Cloud.

Wie bereits im Rahmen der Build 2019 Anfang Mai angekündigt, nutzen die Redmonder den Namen nun für eine Online-Entwicklungsumgebung, die auf die Azure-Cloud setzt. Entwickler sollen sie mit Visual Studio Code, Visual Studio und einem inkludierten Code-Editor im Browser nutzen können. Dieser setzt unter der Haube laut Microsoft vollständig auf Visual Studio Code auf.

Visual Studio Online soll mit einem Verweis auf ein Git-Repository die Entwicklungsumgebung so einrichten, dass Entwickler gleich loslegen können – inklusive Quellcode, Runtimes, Linter und Debugger und Erweiterungen. Einen großen Vorteil sieht das Unternehmen in der Möglichkeit, Anwendungen quasi von überall bearbeiten, ausführen und debuggen zu können – mit einem expliziten Verweise auf verteilt arbeitende Teams.

Darüber hinaus sind die Werkzeuge Live Share und IntelliCode bereits integriert. Microsoft verspricht außerdem den Support derselben Programmiersprachen und Frameworks wie Visual Studio Code. Erweiterungen aus dem Visual Studio Marketplace können ebenfalls genutzt werden.

Für die Entwicklungsumgebung in der Cloud fallen wie bei Cloud-Diensten üblich laufende Kosten an, die Microsoft im Detail auf der Website des Projekts aufschlüsselt. So kostet eine Instanz in der Region "Europa, Westen" mit 4 Kernen, 8 GByte RAM und 64 GByte HDD 125 Umgebungseinheiten pro Stunde – eine Einheit beläuft sich auf 0,00395 €. Es ergibt sich also ein Preis von 0,49 € pro Stunde. Eine Premium-Variante mit 8 Kernen, 16 Gbyte RAM und 64 GByte HDD kostet mit 0,956 € pro Stunde etwas weniger als das doppelte. Bei einer Nichtnutzung der Umgebung fallen dennoch zwei Einheiten pro Stunde in Rechnung.

Alternativ können Anwender wohl auch eine eigens gehostete Variante aufsetzen, was dementsprechend Kosten sparen kann. Die Software an sich soll kostenlos bleiben. Weitere Informationen dazu bietet die Website von Visual Studio Online sowie die Ankündigung der Preview-Version. (bbo)