Microsoft veröffentlicht KI-Bibliothek für Minicomputer

Die Embedded Learning Library zielt auf Geräte wie Raspberry Pi und Arduino und soll Funktionen des Machine Learnings ohne Cloud-Anbindung ermöglichen.

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Microsoft veröffentlicht KI-Bibliothek für Minicomputer

Im Zuge der "Democratizing AI"-Initiative hat Microsoft nach der Vorstellung der Aerial Informatics and Robotics Platform im Februar nun mit der Embedded Learning Library (ELL) eine Software veröffentlicht, die Funktionen des Machine Learning (ML) auf Kleincomputer wie Raspberry Pi und Arduino bringt. Zwar gibt es zahlreiche Ansätze, Endgeräte im Internet der Dinge und im Smart Home mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu verbinden, diese setzen jedoch meist auf ein Backend in der Cloud, das die eigentliche Rechenarbeit übernimmt.

Bei der ELL läuft das ML-Modell dagegen auf den Kleincomputern selbst, die daher ohne Cloud-Anbindung auskommen. Die APIs lassen sich sowohl mit Python als auch mit C++ ansprechen. Ein Tutorial zeigt eine simple Bilderkennung mit dem Raspberry Pi, an den eine Kamera angebunden ist. Das Beispiel verwendet Python 3.6 und benötigt NumPy. Die Modelle stammen entweder aus dem Microsoft Cognitive Toolkit oder dem Darknet, das mit der verbreiteten Bedeutung des Begriffs nichts zu tun hat, sondern lediglich eine Sammlung von CNN-Modellen (Convolutional Neural Network) ist, die wohl recht effizient sind.

Derzeit befindet sich die von Microsoft Research entwickelte ELL in einem sehr frühen Stadium, daher warnt die Beschreibung auf GitHub, dass es vermutlich zu zahlreichen, schnellen Änderungen kommen wird, die potenziell zu Inkompatibilitäten führen (Breaking API Changes). Weitere Details lassen sich einem Blogbeitrag sowie der Projektbeschreibung auf GitHub entnehmen. (rme)