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Microsofts PowerApps: Apps ohne Programmierkenntnisse entwickeln

Die PowerApps sind nicht der erste Versuch von Microsoft, mobile und Business-Apps via Drag-and-drop zu erstellen. Von diesen früheren Erfahrungen soll der neue Cloud-Service profitieren.

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Microsofts PowerApps erlauben es, Apps ohne Programmierkenntnisse zu entwickeln

Microsoft hat auf der eigenen Convergence EMEA Conference den neuen Cloud-Service PowerApps vorgestellt. Mit ihm erhalten Unternehmen ein Werkzeug zum Erstellen schlichter mobiler Apps und Web-basierter Geschäftsanwendungen. Programmierkenntnisse sollen hierzu nicht notwendig sein. PowerApps kombiniert ein Cloud-Backend mit einfach zu bedienenden Werkzeugen, mit denen sich die Apps über vorkonfigurierte Templates in Drag-and-drop-Manier bauen lassen.

Mit PowerApps versucht Microsoft Unternehmen zu helfen, die Schwierigkeiten damit haben, den zunehmenden Bedürfnissen nach mobilen Geschäftsanwendungen nachzukommen, sei es weil es an Entwickler-Know-how mangelt oder das Testen von Apps sowie ihre Bereitstellung viel Zeit kosten können, die eigentlich nicht verfügbar ist. Auf der Website des neuen Produkts finden Interessierte ein (Video-)Tutorial, das ein einfaches Beispiel für das Bauen einer App auf Basis bei Dropbox abgelegter Daten zeigt. Da die Apps Browser-basiert sind, lassen sie sich auf wichtigen Mobilplattformen wie iOS, Android oder auch Windows 10 nutzen.

Das Erstellen einer App in PowerApps kann durch die Nutzung einer bestehenden App-Vorlage oder von Grund neu erfolgen.

(Bild: Microsoft)

Die mit PowerApps erstellten Programme können die Daten sowohl aus Cloud-basierten als auch aus On-Premise-Datenquellen beziehen. Zum Start gibt es Anbindungen an Office 365 (über Microsoft Graph), Dynamics CRM, Salesforce, Google Drive, Dropbox und OneDrive sowie an Datenbank-getriebene Systeme wie SharePoint, SQL Server, Oracle und SAP. Die Einbindung über Drittanbieter erfolgt offenbar über frei verfügbare Programmierschnittstellen.

Technisch nehmen die PowerApps Project Siena als Grundlage, das 2013 vorgestellt, dann aber wieder auf Eis gelegt worden war. Die Entwicklung der PowerApps erfolgte unter dem Codenamen Project Kratos. Was Microsoft in Barcelona vorgestellt hat, hat derzeit noch eingeschränkten Preview-Status – also Beta-Qualität – und wird erst in Bälde freigeschaltet werden. Momentan funktioniert der Zugang noch auf Einladung.

Wie Microsoft die PowerApps vermarkten will, ist derzeit noch nicht in allen Bereichen erschlossen. So gibt es keine Preisangaben. Bekannt ist aber, dass es unterschiedliche Versionen geben wird. Mit der kostenlosen lassen sich Apps egal welcher Couleur erstellen, allerdings kann man nur zwei Datenquellen verwenden. Ist man bereit, für die Standardversion zu zahlen, kann die Wahl der Datenquellen ohne Limitierungen erfolgen. Die Enterprise-Ausgabe erweitert das Standardpaket um zusätzliche Ressourcen, Zugangskontrolle und die Möglichkeit, Berichte zu verfassen. (ane)