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Mobile-Entwicklung: Ionic 4.0 öffnet sich für alle Frameworks

Das Framework Ionic hatte ursprünglich die Mobile-Entwicklung mit Angular.js im Blick. Nun ermöglicht Ionic die Entwicklung mit weiteren Frameworks.

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Mobile-Entwicklung: Ionic 4.0 öffnet sich für alle Frameworks

Das quelloffene Mobile-App-Framework Ionic ist in Version 4.0.0 erschienen. Die neue Hauptversion dürfte wohl eine der größten Änderungen in der Geschichte des Frameworks sein: Ionic-Entwickler sind nicht mehr auf den Einsatz des JavaScript-Frameworks Angular beschränkt. Stattdessen setzt das Release nun auf eine Sammlung von Web Components mit Custom Elements und Shadow DOM APIs, die in jedem zeitgemäßen Browser verfügbar sind. Damit operiert Ionic nun Framework-agnostisch.

Das Ionic-Team stellt die neue Version in einem Blogbeitrag unter dem Motto "Ionic for Everyone" vor. Die Steuerung des User Interface von Ionic basiert nun auf Web Component APIs, die grundsätzlich mit allen großen Frontend-Frameworks funktionieren. Da Ionic aber zusätzlich das Routing-System eines Frameworks integrieren muss, um eine zuverlässige Navigation zu ermöglichen, hat Ionic immer noch für dieses Framework spezifische Funktionen auszuliefern. Außerdem erwarten Entwickler, dass gewisse Dinge wie bei ihrem bevorzugten Framework üblich funktionieren und nicht wie mit standardisierten Web Components.

Für die beliebten JavaScript-Framworks React und Vue.js hat Ionic deshalb die speziellen Bindings in einer Alpha-Version veröffentlicht. Sie sollen in Zukunft ein fester Bestandteil von Ionic werden und denselben Stellenwert einnehmen, den Angular seit Beginn der Entwicklung hat. Sowohl für React als auch für Vue.js stehen ausführliche Anleitungen zum Zusammenspiel mit Ionic bereit.

Neben der Kompatibilität mit weiteren Frameworks hatten die Ionic-Macher auch die Performance des Frameworks sowie das Entwickeln von Progressive Web Apps im Blick. Das stand bereits seit der Betaversion von Juli 2018 fest. Da alle Ionic-Komponenten jetzt mit dem Compiler Stencil erstellte Web Components sind, sollen sie jetzt in puncto Lade- und Render-Performance optimiert sein. Der Aufbau auf Stencils soll auch beim Entwickeln von Progressive Web Apps (PWA) helfen, die dadurch besser verpackt und bereit für Lazy Loading sein sollen.

Darüber hinaus ist Ionic zu CSS Custom Properties, auch bekannt als CSS Variables in jeder Komponente umgestiegen. Sie sollen den Zugriff auf eine Public Theming API erlauben, die Entwicklern eine Struktur bietet, um Ionic-Komponenten zu individualisieren, ohne in Zukunft mit Kompatibilitätsproblemen rechnen zu müssen.

Wer mit Ionic arbeiten möchte, wird in der ebenfalls überarbeiten Dokumentation fündig. Für Entwickler, die bereits mit Ionic 3 arbeiten, liegt ebenfalls eine Migrationsanleitung vor. (bbo)