.NET Conf 2018: Microsoft verkündet Details zu .NET Core 3.0

Auf der Online-Konferenz präsentierten Microsoft-Vertreter Neuigkeiten zu Windows Forms, Server-Side Blazor, Xamarin, vor allem aber zu .NET Core 3.0.

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.NET Conf 2018: Microsoft verkündet Details zu .NET Core 3.0

Miguel de Icaza, Scott Hunter, Mads Torgensen

(Bild: Holger Schwichtenberg)

Zum fünften Mal seit 2014 findet am 12. und 13. September die virtuelle .NET Conf statt, die Entwickler kostenfrei betrachten können.

Die Keynote nutzten die Produktmanager Scott Hunter (für .NET Core), Mads Torgensen (für C#) und Miguel de Icaza (für Xamarin) zunächst, um die Neuerungen der letzten Monate (.NET Core 2.1, C# 7.x) und bereits erfolgte Ankündigungen zu .NET Core 2.2, C# 8.0 und Xamarin Forms Shell nochmals zusammenzufassen. Darüber hinaus gab es aber auch Neuankündigungen in der Keynote.

Für die auf der Build-Konferenz 2018 angekündigte Windows-Forms-Unterstützung in .NET Core 3.0 gibt es nun eine erste Implementierung, die zunächst nur auf GitHub als Nightly Build verfügbar ist. Entwickler können darin mit dem .NET-Core-Kommandozeilenwerkzeug ("dotnet new winforms") neue Windows-Forms-Anwendung auf .NET Core erzeugen. Mit Visual Studio kann man sie übersetzen und debuggen.

Eine einfache Windows-Forms-Anwendung auf .NET Core 3.0 in Visual Studio 2017 (Bild: Holger Schwichtenberg)

Allerdings gibt es noch keine Designer-Unterstützung. Spannend ist, dass eine Beispielanwendung von Scott Hunter schon in diesem frühen Produktstadium auf .NET Core deutlich schneller läuft: Sie brauchte für das Erzeugen eines Diagramms zur Darstellung der Größe von Dateisystemordnern unter .NET Core nur 282 statt 755 Millisekunden auf dem .NET "Full" Framework.

Windows Forms in .NET Core ist deutlich schneller als mit dem alten .NET Framework. (Bild: Holger Schwichtenberg)

Eine weitere Ankündigung von Scott Hunter wird erheblichen Einfluss auf die .NET-Entwicklerwelt haben: Zumindest der serverseitige Teil des bisher als "experimentell" deklarierten neuen Webframeworks ASP.NET Blazor soll als Teil von .NET Core 3.0 erscheinen. ASP.NET Blazor ist eine Alternative zur Entwicklung von Single-Page-Web-Applications mit JavaScript.

Seit Version 0.5 aus dem Juli 2018 kann Blazor auch serverseitig verwendet werden. Mit der Ankündigung auf der .NET Conf hat Microsoft erstmals klargestellt, dass man ASP.NET Blazor zur Produktreife bringen will – wenn auch der spannende Client-seitige Teil noch nicht in .NET Core 3.0 enthalten sein wird und es dafür keinen konkreten Erscheinungsplan gibt.

Einsatzbereit sind Windows Forms auf .NET Core und ASP.NET Blazor aber noch nicht; eine offizielle Vorschau der Version 3.0 von .NET Core soll erst im Laufe des Jahres erscheinen. Die fertige Version wird dann 2019 auf dem Markt sein.

Miguel des Icaza kündigte des Weiteren an, dass der durch die Schließung der "Spectre"-Lücke verlangsamte Hyper-V-basierte Android-Emulator in den neuesten Windows-10-Builds wieder beschleunigt werden soll. Zudem arbeitet das Xamarin-Team an einer Beschleunigung der APK-Erstellung für Android-Apps. Für eine App mit 25.000 Zeilen C#-Code reduziert die aktuelle Entwicklungsversion im Master-Branch die Übersetzungszeit von 2:15 Minuten auf knapp unter eine Minute. (Holger Schwichtenberg) / (ane)