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Nach über 30 Jahren: Portable C Compiler erreicht Version 1.0

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Vor allem freie BSD-Systeme dürften sich freuen, dass der Portable C Compiler (pcc) nun offenbar so stabil ist, dass er jetzt in der Version 1.0 erscheinen konnte. pcc kompiliert mittlerweile die meisten C-Anwendungen unter Linux, nicht übersetzen lässt sich allerdings der Linux-Kernel. Das Interesse insbesondere der OpenBSD-Entwickler liegt darin begründet, dass sie den mit der BSD-Lizenz vertriebenen pcc gegen unter der GPL stehenden GNU C Compiler (gcc) austauschen könnten. Die BSD-Lizenz gilt nach Meinung vieler Softwareentwickler durch das Fehlen einer Copyleft-Klausel im Vergleich zur GPL als liberalere Lizenz für die Entwicklung auch kommerzieller Produkte.

Der Portable C Compiler zählt zu den ersten Compilern für die Anfang der 70er-Jahre entstandene Programmiersprache C, und obgleich er nie die Weihen einer Version 1.0 erhielt, war er zu Anfang der 1980er die Basis für die meisten C-Compiler, bevor er durch durch den gcc ersetzt wurde. Die pcc-Entwicklung erfährt nach Jahren des Stillstands seit 2007 eine Art Revival, als ein Team unter Leitung von Anders Magnusson die Bemühungen wieder aufgenommen hatte, den Compiler zur Umsetzung des C99-Standards umzuschreiben. Dabei sind wohl laut Magnusson über die Hälfte des Frontend-Codes und über 80 Prozent des Backends neu geschrieben worden. Unterstützt wurde das unter anderem durch Spenden über den BSD-Fund.

Unter den Vorteilen des Compilers werden neben der BSD-Lizenzierung seine Portierbarkeit, Verständlichkeit und eine höhere Geschwindigkeit als die des gcc genannt. Geplant ist auch, dass er in zukünftigen Versionen unter anderen die Programmiersprachen Fortran und C++ unterstützen soll. Als Rechnerarchitekturen bedient der Compiler vorrangig Intels i386 und AMD64; andere werden ebenfalls unterstützt, sie verfügen dann aber offenbar über weniger Funktionen. (ane)