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Neue IBM-Tools: Enterprise-Container, MobileFirst und Bluemix-Local

Unter den Neuvorstellungen auf IBMs InterConnect 2015 stachen Enterprise-Container, die neue Entwicklungs- und Betriebsplattform MobileFirst und die Ausweitung der bislang nur als PaaS verfügbaren Bluemix-Umgebung auf den On-Premise-Betrieb heraus.

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IBMs neuer Cloud-Chef Robert LeBlanc

(Bild: Harald Weiss)

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IBM hat auf seiner neuen Kundenveranstaltung InterConnect ein ganzes Bündel an Produktneuheiten angekündigt, die auf die Entwicklung und den Betrieb von Anwendungen in hybriden Cloud-Umgebung zielen. "Wir unterstützen den Weg in die Cloud mit vielen Services, Plattformen und Tools", sagte IBMs neuer Cloud-Chef Robert LeBlanc in seiner Eröffnungsrede vor 21.000 Teilnehmern. Ein großer Teil der Neuankündigungen betrifft die Softwareentwicklung. Das liegt unter anderem daran, dass die neue Veranstaltung eine Zusammenlegung der drei bisherigen Events Innovate (Rational), Impact (WebSphere) und Pulse (Infrastruktur) ist – und bei der Innovate ging es bislang vor allem um Softwareentwicklung.

Drei Ankündigungen waren es, die unter den vielen Neuvorstellungen für die Entwicklergemeinde herausstachen: Ein erweitertes Umfeld für das Anlegen von Containern – IBM spricht hier von Enterprise-Containern –, die neue Entwicklungs- und Betriebsplattform MobileFirst und die Ausweitung der bislang nur als Platform as a Service (PaaS) verfügbaren Bluemix-Entwicklungsumgebung auf den On-Premise-Betrieb.

Container sind laut IBMs Cloud-Stratege Moe Abdulla die Basis für eine Quasi-Standardisierung unterschiedlicher Cloud-Dienste von verschiedenen Anbietern. "Container ermöglichen die Portabilität, die für eine flexible Verknüpfung von Daten und Programmen erforderlich ist', sagte er in einem Gespräch mit heise Developer. Das bedeutet konkret, dass man die Container in den jeweiligen Teil der Cloud verschieben kann, wo die Daten abgelegt sind, oder ihn "on-premise" betreibt, wenn beispielsweise die Daten nicht den Firmenbereich verlassen dürfen.

IBMs Ankündigung zielt darauf, das Erstellen von Containern zu vereinfachen und zu beschleunigen. Genauso wie Amazon, Microsoft und Google ist auch IBM eine Partnerschaft mit Docker eingegangen. Native Linux-Container werden mit Docker-APIs erweitert und bieten eine besser Transparenz, Kontrolle und Sicherheit. In diesem Zusammenhang steht auch DataWorks, eine Software bei der man Cloud- und Inhouse-Datenquellen mappen kann. Die Apps lassen sich dann so anlegen, dass sie ihre Daten über DataWorks anfordern, ohne dass dabei bekannt sein muss, woher die Daten kommen und wo sie abgelegt sind. Durch einfaches Ändern im Data-Mapping können dann für alle Apps die jeweiligen Datenpfade abgeändert werden.

Das Wort "Mobile First" – einstmals nur ein Schlagwort für die Softwareentwicklung – hat IBM jetzt zur Bezeichnung einer neuen Plattform aufgegriffen. In IBMs MobileFirst sind sowohl alle Werkzeuge für die Entwicklung als auch für den Betrieb mobiler Apps zusammengefasst. Ziel ist es, die Entwicklung von Apps zu beschleunigen. "Rund 85 Prozent aller Unternehmen haben einen Auftragsrückstand von mehr als 20 mobilen Apps", sagt Mike Gilfix, Vice President und Chef von MobileFirst. Die neue Plattform ist optimiert für native HTML-Apps, doch sie reflektiert auch die Kooperation von IBM und Apple. So enthält MobileFirst eine spezielle Komponente, die ausschließlich die Entwicklung von iOS-Apps unterstützt.

Bislang gab es Bluemix nur als PaaS-Angebot. Doch ab sofort ist diese Entwicklungshilfe auch "on-premise" erhältlich. Über 100 Services bietet IBM jetzt an, um mit Bluemix-Local neue Anwendungen zu erstellen. Dazu gehören Services für die Anbindung der KI-Maschine Watson oder für Verbindungen mit der ERP-Suite von SAP. Die neue Nutzungsweise lässt sich auch im großen Stil einsetzen. So meldete IBM eine neue Partnerschaft mit dem indischen Software- und Beratungshaus Tech Mahindra. Hierfür wird IBM eine Single-Tenant-Version von Bluemix schaffen, auf der neben Bluemix auch IBMs Middleware und Tools von IBM-Partnern bereitgestellt werden. Diese Plattform soll DevOps in der Cloud unterstützen und den Zugriff auf offene Services und API erlauben. Im ersten Schritt will Tech Mahindra 5000 Entwickler für die neue Plattform schulen.

Nach Ansicht vieler Marktforscher wird die hybride Cloud die beherrschende Infrastruktur in den kommenden Jahren sein. Laut Gartner evaluieren oder nutzen bereits 72 Prozent aller IT-Organisationen diese Cloud-Umgebung in irgendeiner Form. IDC meint, dass bereits im nächsten Jahr 65 Prozent aller IT-Organisationen eine Hybrid-Cloud im Einsatz haben. Dabei werden 80 Prozent aller neuen Cloud-Anwendungen im Zusammenhang mit Big Data stehen. (Harald Weiss) / (ane)