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Neuer CEO: GitHub soll trotz Microsoft-Übernahme unabhängig bleiben

Nat Friedman wird nach der Microsoft-Übernahme CEO von GitHub und verspricht, die Unabhängigkeit der Plattform zu erhalten. Ist die erste Hürde gemeistert?

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GitHubs neuer CEO äußert sich zu den Plänen für die Plattform

Nat Friedman, der zusammen mit Miguel de Icaza Xamarin gegründet hat, wird der neue CEO von GitHub. Er stellte sich in einem Blogbeitrag vor und stand auch der Reddit-Community in einem Ask-Me-Anything-Beitrag (AMA) Rede und Antwort. Dabei betont Friedman vor allem eins: GitHub soll auch trotz der Übernahme durch Microsoft eine unabhängige Plattform bleiben.

Die Skepsis der Entwicklergemeinschaft kam allerdings in den Beiträgen auf Reddit stark zum Ausdruck. Auf die Frage hin, wie er auf den Plattformwechsel zu GitLab vieler Entwickler reagieren würde, sagte Friedman: "Entwickler sind unabhängige Denker mit einer gehörigen Portion Skepsis. Der Wechsel hat mich traurig gemacht, aber ich nehme meine Verantwortung ernst, ihr Vertrauen zurückzugewinnen."

Viele äußerten auch Sorge um GitHubs Texteditor Atom, der als Konkurrenzprodukt zu Microsofts Visual Studio Code betrachtet werden kann. Friedman erklärte, dass Atom weiterhin bestehen bleiben soll und genauso wie Visual Studio Code oder andere Editoren unterstützt wird. Es sei ein toller Editor mit einer großen Community hinter sich, und er hätte keine Absicht, Entwicklern in Zukunft den Editor vorzuschreiben.

Außerdem möchte Friedman Nutzer nicht zwingen, in Zukunft nur noch mit einem Microsoft-Account auf GitHub zu kommen. Die bisher bestehenden Log-in-Möglichkeiten sollen bestehen bleiben und niemand müsse befürchten, seinen Account neu strukturieren zu müssen. "Wenn, dann geht es eher in die andere Richtung, und man kann seinen GitHub-Log-in als Zugang für Microsoft verwenden", so Friedman. Außerdem schließt er auftauchende Werbung in Repositories ebenfalls aus.

Die Übernahme von GitHub durch Microsoft beschert vielen Entwicklern Kopfschmerzen. Umso wichtiger war es wahrscheinlich, dass der neue CEO direkt den Austausch mit der Community gesucht hat. Für Microsoft ist schließlich Fingerspitzengefühl gefragt – allerdings nicht nur in der Anfangsphase. Vielleicht ist es gerade deshalb wichtig, die nächsten Schritte von Microsoft und Nat Friedman genau zu beobachten. Ob die ersten Aussagen des neuen CEO ausreichen, den Entwicklern die Sorgen zu nehmen, wird sich im Lauf der Zeit zeigen. (bbo)