Neues Eclipse zum Schnuppern freigegeben

Das jetzt final freigegebene Eclipse 4 SDK ist der Auftakt für eine neue Generation der Eclipse-Entwicklungsumgebung, deren Architektur nach Meinung von Softwareentwicklern teilweise in die Jahre gekommen ist.

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Von
  • Alexander Neumann

Die Eclipse Foundation hat die offizielle Verfügbarkeit der Version 4 des Eclipse SDK bekannt gegeben. Mit der neuen Generation der Eclipse-Entwicklungsumgebung versuchen die Entwickler, die nach Meinung vieler Programmierer teilweise in die Jahre gekommene Architektur der IDE zu erneuern. Dazu gehören zeitgemäße Funktionen wie die Unterstützung des Dependency-Injection-Entwurfsmusters, ein neues serviceorientiertes Konzept für die Workbench, eine Modell-Abstraktion der Workbench und Verbesserungen im Ressourcen-Management.

Die Code-Basis von Eclipse 4 entspricht allerdings eher dem Status einer Version 1.0 als dem eines Nachfolgers des gegenwärtigen Eclipse-3.x-Entwicklungsstrangs. Von daher wundert es nicht, dass die Eclipse Foundation in ihrer Ankündigung zum Release das Eclipse SDK vor allem "Early Adopters" nahelegt. Nutzer von Eclipse-Werkzeugen wie den Java Development Tools (JDT) oder den Eclipse Web Tools sollten fürs Erste keinen großen Gewinn durch den Einsatz des SDK erwarten.

Architektur des neuen Eclipse

(Bild: borisoneclipse.blogspot.com)

Jochen Krause, Geschäftsführer von EclipseSource und eng vertraut mit der Entwicklung der Eclipse-Plattform, wies im Gespräch mit heise Developer darauf hin, dass es mit Eclipse 4 mehr Konvergenz von Desktop (SWT) und Web (Rich Ajax Platform; RAP) gebe. Bisher hatte Eclipse der Konkurrenz von Web-2.0-Frameworks wenig entgegenzusetzen, sieht man einmal von dem von EclipseSource entwickelten RAP ab. Beispielsweise könne nun das Styling der Applikationen einheitlich mit CSS erfolgen. Eclipse sei dadurch eine der wenigen ernstzunehmenden Plattformen, die sowohl Desktop- als auch Web-Applikationen auf Basis einer einheitlichen Code-Basis ermögliche, so Krause.

Trotz der großen Eingriffe in die Architektur finden Eclipse-Entwickler auch viel Vertrautes: Es gibt lose gekoppelte Komponenten (Plug-ins oder Bundles). Sie lassen sich in Java oder anderen Sprachen einsetzen und können Ressourcen wie Dokumentation oder Sourcecode enthalten. Weiterhin dürfen Plug-ins Extension Points besitzen, über die man sie konfigurieren und erweitern kann. Plug-ins sind weiterhin in der Lage, andere Plug-ins zu ergänzen oder einzustellen.

Um den Investitionsschutz zu bestehenden Entwicklungen zu gewährleisten, beispielsweise mit Eclipse-Helios-Anwendungen, bietet Eclipse 4 eine Kompatibilitätsschicht. Sie ermöglicht, existierende Plug-ins ohne Änderung auf der neuen Eclipse-Plattform benutzen zu können. Zusätzlich portieren die Entwickler einige Funktionen nach Eclipse 3.x zurück. Auch geht die Entwicklung weiterer jährlicher Eclipse-Versionen weiter. Der Nachfolger des Ende Juni veröffentlichten Sammel-Release unterschiedlicher Eclipse-Projekte läuft übrigens unter dem Namen Indigo.

Siehe dazu auch:

(ane)