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Node.js bekommt vorläufiges Advisory Board

Nachdem einige prominente Mitarbeiter des Projekts bereits einen Fork angelegt hatten, versucht Joyent nun die Wogen zu glätten und schlägt ein Advisory Board vor. Eine vorläufige Beratergruppe scheint bereits installiert.

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TJ Fontaine, Isaac Schlueter und Bert Belder sind nur drei der insgesamt 15 Personen, aus denen sich das erste vorläufige Advisory Board der auf Chromes JavaScript-Laufzeitumgebung aufsetzenden Plattform Node.js zusammensetzt. Anfang Oktober waren Stimmen laut geworden, die mit den Verwaltungsstrukturen des Projekts nicht länger einverstanden waren, und daher im Anschluss einen Fork anlegten. Unter den Initiatoren der Bewegung "Node Forward" sind neben den drei anfänglich genannten Entwicklern weitere Top-Mitarbeiter des Projekts zu finden, darunter Ben Noordhuis und Fedor Indutny.

Um eine Spaltung der Node.js-Gemeinschaft und des Projekts zu verhindern, hat Joyent mit den ersten Schritten in Richtung eines beratenden Gremiums nun versucht, den Bestrebungen etwas entgegenzusetzen. Eine erste Wirkung ist bereits zu sehen: Zwar ist die Webseite von Node Forward noch immer zu erreichen, möchte man jedoch auf den Fork zugreifen, gibt es mittlerweile eine 404-Fehlermeldung.

In der Bekanntmachung begründet Joyents Scott Hammond den Vorschlag, ein Advisory Board einzurichten, damit, dass die Node.js-Community durch neue Anwender und Projekte immer komplexer würde, und man einen Weg finden müsse, um alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen. Außerdem müsse es für Organisationen, die Zeit und Vertrauen in die Plattform steckten, einen Weg geben, Vorschläge zum Fortgang einzubringen.

In Zukunft soll das Node.js Advisory Board also als beratende Instanz für Joyent und die Projektleitung dienen, wenn es um Fragen der langfristigen Führung, der Struktur oder der Roadmap geht. Es soll zum einen ein Forum zur Diskussion von Problemen sowie zum Finden etwaiger Lösungen bieten, und zum anderen – sofern möglich – die geschlossene Meinung der Gemeinschaft an die entscheidenden Stellen weitergeben.

Bei der Entwicklung des Board-Modells wurde unter anderem versucht, sich an fünf Grundprinzipien zu halten. Zum einen sollte sich das Komitee aus Persönlichkeiten zusammensetzen, die dem Projekt Zeit und Mühe gewidmet haben, sowie aus Nutzern, die Node.js im Tagesgeschäft einsetzen. Auf der anderen Seite sollten aber auch große Unternehmen, die die Plattform in ihren Produkten verwenden, und Experten anderer Open-Source-Projekte vertreten sein. Weitere Richtlinien sind beispielsweise die Transparenz bei der Bildung des Gremiums und während dessen Arbeit sowie ein Beitrittsmodell, das allein die Mitarbeit im Projekt als Maßstab nimmt.

Themen, mit denen sich das Komitee beschäftigen soll, sind wohl unter anderem qualitätssichernde Maßnahmen wie der Einsatz standardisierter Schnittstellen, die Entwicklung von Richtlinien und Distributionsmodellen, sowie ein klares Vorgehen zum Einbringen von Vorschlägen und zur Entscheidungsfindung im Core-Team.

Ob Joyents Vorschlag zur Güte wieder Ruhe in die Node.js-Community bringt, bleibt abzuwarten, denn noch ist das Board nur vorläufig besetzt und es muss sich zeigen, wie die festgelegten Richtlinien letztlich umgesetzt werden. (jul)