Menü

OpenXR: Neuer Standard für Virtual und Augmented Reality erreicht Version 1.0

Die von der Khronos Group entwickelte Spezifikation OpenXR soll für mehr Einheitlichkeit in der AR- und VR-Entwicklung sorgen.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 2 Beiträge

(Bild: KDdesignphoto/Shutterstock.com)

Von

Im Rahmen der seit 1974 jährlich stattfinden Konferenz SIGGRAPH (Special Interest Group on Computer Graphics and Interactive Techniques) hat die Khronos Group die erste fertige Version des neuen Standards OpenXR vorgestellt. Dabei soll es sich um eine freie und kostenlose Spezifikation handeln, die die plattformübergreifende Entwicklung in den Bereichen Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) – häufig unter Cross Reality oder kurz XR zusammengefasst – ermöglichen und vereinheitlichen soll.

Grundsätzlich setzt sich OpenXR aus zwei Bestandteilen zusammen, einem Application- sowie einem Device-Plugin-Interface. Ersteres soll das Entwickeln von Applikationen für verschiedene Plattformen wie etwa SteamVR oder Windows Mixed Reality ermöglichen. Statt dass Anwender der verschiedenen Engines ihre Produkte auf jede Plattform zuschneiden müssen, soll eine Integration des OpenXR-Standards genügen, um für alle Zielplattformen zugänglich zu sein.

Das zweite Interface soll dieselbe Anbindung für unterschiedliche Hardwaregeräte ermöglichen. So sollen sich die Gerätehersteller quasi nur noch an OpenXR anpassen und nicht spezielle Treiber für jede Plattform anbieten müssen. Soweit zumindest die Theorie: Denn das Device-Plugin-Interface ist noch kein offizieller Teil des Standards und soll erst in kommenden Versionen dazukommen – der Fokus für das 1.0-Release lag auf den Cross-Plattform-Funktionen für Apps.

So soll sich die Welt der AR- und VR-Entwicklung mit OpenXR gestalten

(Bild: Khronos Group)

Mit dem Release der ersten Hauptversion des Standards möchten die Macher ein tragfähiges Fundament für weitere Entwicklungen gewährleisten. Von nun an sollen neuere Iterationen des Standards eine vollwertige Rückwärtskompatibiliät gewährleisten, sodass Entwickler und Hardwareanbieter darauf aufbauen können, ohne mit schwerwiegenden Änderungen rechnen zu müssen.

Die Khronos Group hatte die Arbeiten am Standard erstmals im Jahr 2017 vorgestellt. Schon damals waren zahlreiche Firmen wie Google, Oculus, Epic Games, Nvidia und Valve als Unterstützer an Bord. Daran hat sich wenig geändert: Collabora bietet mit Monado eine OpenXR-Laufzeitumgebung für GNU/Linux, Microsoft eine Anbindung an die Windows-Mixed-Reality-Headsets, und Oculus eine OpenXR-Implementierung für das VR-Headset Oculus Rift. Darüber hinaus plant Epic Games Support für OpenXR 1.0 in der Unreal Engine.

Wer sich für die Details der Spezifikation interessiert, kann in einem nun aktualisierten Dokument fündig werden. Auf GitHub findet sich ein zugehöriges Repository, das die API und Extension Registry verwalten soll. (bbo)