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Opera übernimmt ehemaligen Nokia Store

Einige Wochen nach dem Abschluss der Nokia-Übernahme beginnt Microsoft mit den Aufräumarbeiten. Das erste Opfer ist der vor einigen Jahren mit großem Aufsehen eröffnete Ovi Store.

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Opera übernimmt ehemaligen Nokia Store

Ovi Store (Screenshot)

Die für ihren Browser bekannte Opera ASA übernimmt die Softwarevertriebstätigkeiten für die "Legacy-Plattformen" von Nokia. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die an alle im Ovi Store registrierten Entwickler versandt wurde. Apps für Series 40, Series 60 Asha und Nokia X werden ab Anfang 2015 über den Opera Mobile Store vertrieben.

Das seit längerer Zeit verfügbare Angebot sieht sich als Nachfolger der "großen ESDs" (Electronic Sales Distributor) wie PalmGear, Mobihand und Handango. Entwickler dürfen sich offenbar über vergleichsweise faire Konditionen freuen: Die meisten Apps werden mit einem Gewinnbeteiligungsschema von 70/30 abgerechnet. Ausgezahlt wird, wenn 200 US-Dollar erreicht sind – da Banküberweisungen eine von Nokia nicht erhobene Bearbeitungsgebühr von 45 Dollar kosten, sollten teilnehmende Programmierer auf PayPal umstellen.

Opera bietet kein Werbenetz und keine API an, mit der In-App-Käufen realisiert werden könnten: Jeder Entwickler darf selbst entscheiden, wie er diese Features umsetzt. Da Microsoft die diesbezüglichen Angebote von Nokia über kurz oder lang deaktiviert, muss insbesondere im Fall von S40- und S60-Apps umgedacht werden.

Die unter dem Namen Ovi eröffneten Stores sollen im ersten Halbjahr 2015 abgeschaltet werden. Microsoft verspricht, bald weitere Angaben zur genauen Vorgehensweise nachzureichen: Entwickler mit dringenden Fragen sollen sich an die E-Mail-Adresse operatrans@microsoft.com wenden. Im Newsletter finden sich keine Informationen zur Vorgehensweise im Bezug auf die Mobil-Linux-Varianten Maemo und MeeGo. Unklar bleibt auch, ob Nokia beziehungsweise Opera Symbian Signed reaktivieren wollen: Seit dieser Dienst abgeschafft wurde, lassen sich neue Programme für die Oldie-Plattform schwieriger erstellen.

Unbill wartet auf Entwickler, die Programme für die seit einem Monat nicht mehr unterstützte Plattform Windows Phone 7.8 erstellen wollen. Microsoft schaltet die für die Entwickler-Registrierung notwendigen Server am 31. Dezember dieses Jahres ab. Wer sein Windows Phone 7 bis zu diesem Zeitpunkt nicht angemeldet hat, kann es nicht mehr zum Debuggen verwenden. Existierende Registrierungen bleiben von dieser Änderung unberührt. Es ist ratsam, noch nicht abgeschriebene Telefone im Dezember zwecks Verlängerung der Lebenszeit "neu zu aktivieren" – die Geräte funktionieren dann bis Dezember 2016. (Tam Hanna) / (ane)