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Oracle frischt Java Community Process auf

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Der Softwarehersteller Oracle hat mit dem JCP.next JSR 1 (JSR 348) einen Java Specification Request vorgelegt, in dem die Änderungen und Anpassungen der Prozesse innerhalb des Standardisierungsorgans für Java, dem Java Community Process (JCP), erarbeitet werden sollen. Der neue JSR ist der erste von zwei Vorschlägen, die aufgesetzt werden, um den JCP zu modernisieren. Patrick Curran, der auch dem JCP vorsteht, und Oracle sollen das JSR leiten. Ihm stehen in einem Gremium Vertreter von AT&T, Eclipse Foundation, Credit Suisse, Goldman Sachs, Google, HP, IBM, Intel, Nokia, Red Hat, RIM, Samsung, SAP, Siemens, SpringSource, T-Mobile, Vodafone, von Java User Groups sowie unabhängigen Mitgliedern des JCP zur Seite.

Oracle geht davon aus, dass der erste JSR innerhalb von sechs Monaten erarbeitet und freigegeben werden kann. In ihm wird das JCP Process Document, das Prozeduren innerhalb des JCP formal beschreibt, auf Punkte wie die Transparenz beim Rekrutieren von Mitgliedern für die Expert Groups der JSRs, die Beteiligung der JCP-Mitglieder durch beispielsweise öffentliche Telefonkonferenzen, Meetings und Foren, Flexibilität sowie Steuerungs- und Organisationsstrukturen abgeklopft.

Der zweite JSRs soll bald eingereicht werden. Er soll neben einer Beschreibung komplexerer Änderungen im Prozess-Dokument eine Überarbeitung des Java Specification Participation Agreement (JSPA) (PDF) enthalten, in dem die Regeln beschrieben werden, wie JCP-Mitglieder an der Entwicklung eines JSRs mitmachen können. Das JSPA war der Ausgangspunkt der Streitigkeiten mit der Apache Software Foundation (ASF), die dazu geführt hatten, dass sich die Open-Source-Organisation aus dem JCP zurückgezogen hatte. Die Foundation ist der Ansicht, dass Oracles (und zuvor Suns) Weigerung, das Java Technology Compatibility Kit (TCK) an die freie Java-Implementierung Apache Harmony auszugeben, einen Verstoß gegen die Vereinbarung bedeute. Oracle ist zuversichtlich, den zweiten JSR innerhalb von 12 bis 18 Monaten auszuarbeiten und durch das zuständige Gremium abzusegnen. (ane)