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Oracle stellt Java.net und Project Kenai ein

Oracle zieht die Reißleine und stellt im nächsten Jahr den Betrieb der unwichtig gewordenen Collaboration- und Projekt-Hosting-Plattform Kenai ein. Diese war zu Sun-Zeiten mit großen Zielen gestartet worden.

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Kenai

Oracle hat beschlossen, seine Hosting-Plattform Kenai dichtzumachen. Damit verbunden wird auch die Community-Website Java.net geschlossen, die die Collaboration- und Projekt-Hosting-Plattform als Infrastruktur nutzt. Java.net hatte seine Heimat auf Kenai seit 2011. Die Webadresse selbst leitet mittlerweile auf eine Oracle-Website weiter. Für Entwickler, die Kenai nutzen, heißt das konkret, dass sie bis 28. April 2017 ihre Projekte migriert haben müssen – Oracle gibt hierzu in der Ankündigung mehrere Hinweise –, danach wird die Hosting-Plattform vom Netz genommen.

Bereits 2010 war die Zukunft des Kenai-Projekts einmal unklar gewesen. Die schon 2008 gegründete Collaboration- und Projekt-Hosting-Plattform sollte damals zuerst nur noch vom damaligen neuen Java-Statthalter Oracle intern genutzt werden, wurde dann aber doch weiter als offene Plattform weiter betrieben.

Mittlerweile hat sich die Situation jedoch grundsätzlich verändert. Andere Hosting-Plattformen, allen voran GitHub, dominieren die Szene, was zum Beispiel auch dazu geführt hatte, dass selbst Google zu Anfang dieses Jahres das eigene Angebot dichtgemacht hatte. Das stiefmütterlich betriebene Kenai-Projekt kann schon lange nicht mit den arrivierten GitHub, GitLab, BitBucket oder SourceForge mithalten, weswegen viele Entwickler Oracles Ressource den Rücken gekehrt haben.

Nicht verwunderlich finden sich im Netz nun wieder Stimmen, die an keine Java-Zukunft unter dem Oracle-Dach glauben. Doch obgleich es seitens Oracles keine Begründung für den Ausstieg gibt, ist die weitere Wartung einer für sich genommen unbedeutenden Hosting-Alternative nicht wichtig genug, selbst wenn Oracle sicherlich genug Geld für den Weiterbetrieb hätte. Mark Reinhold, bei Oracle verantwortlicher Ingenieur für die Java-Entwicklung, hat auf Twitter versichert, dass die jetzt angekündigte Schließung keine Auswirkungen auf die Entwicklung des OpenJDK habe. (ane)