Menü
Developer

Oracle veröffentlicht Details zur Abschaffung der Java-Applet-API

Da die Browser-Hersteller sich von Java-Plug-ins verabschieden, sollen Entwickler ihre Applets durch Java Web Start oder installierte Anwendungen ersetzen. Oracle hat die Details des Deprecation-Prozesses veröffentlicht.

Von
vorlesen Drucken Kommentare lesen 1 Beitrag
Oracle veröffentlicht Details zur Abschaffung der Java-Applet-API

Anfang des Jahres kündigte Oracle an, Java in Form von im Browser-Plug-in laufenden Applets abzuschaffen. Damit reagierte das Unternehmen vor allem darauf, dass Browser-Hersteller sich schrittweise von Plug-ins wie Flash, Silverlight oder eben Java verabschieden und Webentwickler mehr und mehr auf HTML 5 mit JavaScript setzen. Microsoft hatte mit Windows 10 den Edge-Browser ohne Plug-in-Schnittstelle veröffentlicht, auf den mobilen Plattformen sieht es ebenso aus. Google, Apple und Mozilla haben für Chrome, Safari und Firefox mit der Abschaffung der jeweiligen Erweiterungen begonnen.

Im Februar legte das Java-Team zur Umsetzung das JEP 289 (JDK Enhancement Proposal) mit dem Titel "Deprecate the Applet API" an, das festlegt, welche Bereiche der API als überholt (deprecated) bezeichnet werden. Nun gibt es mit einer Ergänzung des Dokuments konkrete Aussagen dazu. So sollen folgende Klassen in Java 9 das Schlüsselwort @Deprecated bekommen:

  • java.applet.AppletStub
  • java.applet.Applet
  • java.applet.AudioClip
  • java.applet.AppletContext
  • javax.swing.JApplet

Die Kennzeichnung bedeutet, dass die Klassen weiterhin funktionieren, aber Entwickler auf sie verzichten sollen. Der Java-Compiler übersetzt den Code, warnt aber bei der Verwendung. Da es derzeit keine konkreten Pläne gibt, die Klassen tatsächlich zu entfernen, fehlt der Zusatz forRemoval = true.

Auch wenn Entwickler ihre Applets damit weiterhin bauen können, sollen sie nach Empfehlung des JEP stattdessen auf Java Web Start oder installierbare Java-Anwendungen setzen. Die Abschaffung der Java-Applets hat für alle Beteiligten Vorteile: Aufgrund der zahlreichen Sicherheitslücken gefährden sie Endanwender. Das schadet dem Ruf der Sprache, die jedoch serverseitig berechtigterweise große Verbreitung findet. (rme)