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Oracle will Java wieder auf Android und iOS bringen

Oracle unterstützt wohl eine mobile Version des OpenJDK, die explizit auf die Plattformen iOS, Android und auch Windows 10 für Mobilgeräte zielt.

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Mobile Open JDK

Wie die Website InfoQ meldet, hat Oracle ein Projekt vorgeschlagen, um das OpenJDK auf Smartphones und Tablets zu bringen. Die Open-Source-Version von Java soll explizit für iOS, Android und Windows optimiert werden. Oracle will laut dem Bericht selbst maßgeblich zu dem Projekt beitragen.

Technisch wird das mobile OpenJDK demnach auf dem compact2-Profil von Java 8 aufsetzen, aber bereits die modulare Aufteilung des JDKs mitbringen. Der Rest der offenen und kommerziellen JDK-Welt muss sich bis zum Release von Java 9 gedulden, bis (vermutlich) die lang ersehnte Modularität kommt. Oracle will wohl auch bei der Entwicklung spezieller statische Runtimes helfen, da iOS einige in Java verwendete dynamischen Code-Transformationen unterbindet.

Als Plattformen stehen für den Anfang iOS auf x64 und ARM 64 Bit, Android auf x86 und ARM 32 Bit mit JIT-Unterstützung (Just-in-Time) sowie Windows 10 auf dem Surface Pro auf der Liste. Der Vorschlag muss noch vom OpenJDK-Komitee abgesegnet werden. Die Chancen dafür stehen laut InfoQ gut.

Oracle bietet zwar mit der Java ME eine schlanke Version an, die aber inzwischen ausschließlich auf den Embedded-Markt abzielt. Zu der Zeit, als Handys wenig Speicher und zahlreiche unterschiedliche Betriebssysteme hatten, war das mobile Java die einfachste Lösung für mobile Anwendungen. Mit dem Vormarsch der Smartphones von Apple und Google verschwand es dann aus den Geräten und den Köpfen der mobilen Entwickler.

Android setzt zwar selbst auf Java, aber eben in der von Google spezifisch zugeschnittenen Version. Auch wenn Oracle und seine Partner Java wieder auf die Mobilgeräte bringen, wird fraglich, welche Entwickler es annehmen werden. Für mobile Spiele gibt es plattformübergreifende Umgebungen wie Unity, die dank nativem Code deutlich mehr Performance bringen. Für Geschäftsanwendungen oder typische Web-Container setzt sich immer stärker die reine HTML5-Kodierung durch. (rme)