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Perl 6 kommt im Frühjahr 2010 - zumindest teilweise

Patrick Michaud hat in einem neuen Blog[1]-Eintrag noch einmal bestätigt, was diese Woche angesichts seines auf der in Lissabon stattfindenden "YAPC::Europe 2009"-Konferenz gehaltenen Vortrags kolportiert[2] wurde – nämlich, dass Perl 6 wohl im Frühjahr 2010 erscheinen soll (Vieles spricht wohl für April). Michaud[3] ist Pumpking, vergleichbar mit einem Release-Manager, für Rakudo[4], dem Perl 6, das auf der Parrot[5] Virtual Machine basiert.

Auch im Frühjahr wird das nächste Perl nicht komplett an Funktionen sein, aber zumindest einsatzfähig. Das Release wird "Rakudo Star" heißen. Michaud spricht zusätzlich das Dilemma an, dass gerade Leute, die nicht in die Perl-Entwicklung involviert sind, immer wieder fragen, wann mit einem finalen Perl 6 zu rechnen sei. Die Entwicklung von Sprachen ist für ihn aber eher ein "evolutionärer Prozess", der aus dem Zusammenspiel von Sprachentwicklung und Implementierungsaufwänden resultiere.

Die Perl-6-Entwickler stehen des Weiteren vor dem Problem, eine stabile Version veröffentlichen zu wollen, die vielleicht noch nicht alle Funktionen enthält, aber reif genug für den Einsatz in Projekten ist. Daraus erhoffen sie sich wiederum Feedback seitens der Anwender, da die Erfahrungen aus ihren "real world application programs" wertvolle Hinweise für das Finalisieren der Spezifikation und der Implementierung geben könnten. Anwender hingegen würden lieber auf eine finale Version aufsetzen, die von den Funktionen und der Spezifikation her abgeschlossen ist.

Mit der Ankündigung von Rakudo Star für Frühling 2010 will Michaud dieses gegenseitige Blockieren durchbrechen. Es soll dann in einer Version 1.0 veröffentlicht werden, womit die Entwickler zum Ausdruck bringen möchten, dass die Implementierung einsatzbereit ist, auch wenn nicht alle Komponenten von Perl 6 umgesetzt sind.

Perl 6, erstmals 2000 ins Spiel gebracht und zwischenzeitlich in der Entwicklung fast eingeschlafen, ist im Gegensatz zu Perl 5 weniger als Programmiersprache oder als eine spezielle Implementierung zu verstehen, sondern mehr als Spezifikation zu betrachten, für die es mehrere Implementierungen geben kann, so eben Rakudo oder auch "Pugs", ein 2005 erstmals vorgestellter Stand-alone-Interpreter von Audrey Tang, die den ersten Perl-6-Compiler in Haskell programmiert hatte.

Siehe dazu auch:

(ane[7])


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-750313

Links in diesem Artikel:
[1] http://use.perl.org/~pmichaud/journal/39411
[2] http://hanekomu.at/blog/perl6/20090804-1708-rakudo_star-perl_6_released_spring_2010.html
[3] http://www.pmichaud.com/
[4] http://rakudo.org/
[5] http://www.parrot.org/
[6] http://www.heise.de/ct/artikel/Die-Zukunft-von-Perl-221711.html
[7] mailto:ane@heise.de