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Perl 6 wird wohl bald Raku heißen

Der Erfinder der Programmiersprache Larry Wall stimmt der Umbenennung mit einem Bibelzitat zu.

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(Bild: Shutterstock)

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Die Programmiersprache Perl 6 wird wohl bald unter dem offiziellen Namen Raku weitergeführt. Einem entsprechenden Pull Request hat der Perl-Erfinder Larry Wall nun offiziell zugestimmt. Die Diskussion um den Namen sollte damit bald ein Ende haben. Die Mehrheit äußerte sich positiv, aber es gab auch einige heftige Gegenstimmen.

Als Begründung für seine Zustimmung zu dem Pull Request führt der bekennende Christ Wall ein Bibelzitat an:

Niemand flickt ein altes Kleid mit einem neuen Stück Stoff. Der alte Stoff würde an der Flickstelle doch wieder reißen, und das Loch würde nur noch größer. Ebenso füllt niemand jungen, gärenden Wein in alte, brüchige Schläuche. Sonst platzen sie. Dann läuft der Wein aus, und die Schläuche sind unbrauchbar. Nein, jungen Wein füllt man in neue Schläuche! Nur so bleibt beides erhalten. (Matthäus 9:16-17).

Die Diskussion über einen neuen Namen läuft deutlich länger als der im Sommer gestartete Pull Request. Wall hatte bereits vorher Raku mit Bezug auf den Perl-6-Compiler Rakudo als Namen vorgeschlagen, aber auch andere Vorschläge wie Hiro, Pumpking oder Rafu standen zur Debatte. Rakudo ist wiederum eine Anspielung auf das Kamel, das im Japanischen Rakuda heißt. Das Ziel der Umbenennung trifft das Bibelzitat recht gut: Es soll einen Neuanfang bilden, neue Schläuche für neue Ideen, die sich mit der langen Geschichte von Perl nicht unbedingt problemlos vertragen.

Die Meinungen in der Community über die neue Aufstellung für Perl 6 sind durchaus gespalten. Während einige das Release als "Schwester"-Programmiersprache betrachten, die neben Perl 5 existiert, sehen andere es als konsequente Weiterentwicklung ebenso wie andere Major Releases von Programmiersprachen.

Perl 6 war erstmals zu Weihnachten 2015 erschienen. Die Ursprünge des Projekts gehen jedoch bis ins Jahr 2000 zurück. Technisch bringt Perl 6 zahlreiche Neuerungen, darunter die konsequente Objektorientierung sowie einige Primitive der funktionalen Programmierung wie eager und lazy. Auch bezüglich der Parallelprogrammierung hat Raku zahlreiche Neuerungen mitgebracht – sowohl automatisiert als auch manuell steuerbar.

[update 14.10. 13:30]: Der Bezug zum Rakudo-Compiler wurde hinzugefügt.

Siehe dazu auf heise Developer:

(rme)