Pivotal-Studie: Softwareentwicklung "Made in Germany" ist top

Pivotal attestiert den deutschen Firmen in einer Studie zum Zustand der Softwareentwicklung und Innovationsfähigkeit in den Unternehmen viele Spitzenpositionen.

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Studie von Pivotal: Softwareentwicklung „Made in Germany“ ist top

Die Softwarefirma Pivotal hat für ihre Studie "Build to Adapt Benchmark" international Unternehmen aus fünf Branchen und sechs Ländern verglichen. Bewertet wurden die Firmen nach ihrer Fähigkeit, Software zu entwickeln, die sowohl die Innovationsfähigkeit als auch den Wert des jeweiligen Unternehmens steigert.

Die Pivotal-Studie will zeigen, dass die Leistungsfähigkeit der Softwareentwicklung mit Hilfe dieser Einteilung direkt messbar ist. Dabei schnitten insbesondere die deutschen Unternehmen im Vergleich zur internationalen Konkurrenz gut ab. So liegen sie auf dem zweiten Platz beim Einholen von Kundenfeedback. 43 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass sie täglich Feedback von ihren Kunden erhalten. Geschlagen werden die deutschen Firmen in diesem Bereich nur von den US-Amerikanern, bei denen laut dieser Studie sogar 52 Prozent tägliche Rückmeldungen von ihren Kunden erhalten.

Zu den untersuchten Ländern gehören Deutschland, Großbritannien, die USA, Australien, Singapur und Japan. In allen diesen Ländern flossen fünf Branchen in die Untersuchung ein: Automotive, Retail, Banken, Versicherungen und Telekommunikation. Die Experten untersuchten jeweils Geschwindigkeit, Stabilität, Skalierbarkeit, Sicherheit und die Kosteneffizienz.

Über 1600 IT-Executives, Manager und Entwickler wurden in der Pivotal-Studie zu den von ihnen verwendeten Methoden bei der Softwareentwicklung befragt. Die Bewertungsskala reicht von 1 (ineffizient) bis 10 (beste Methoden). (Bild: Pivotal)

Weiterhin sind deutsche Unternehmen dazu in der Lage, geschäftskritische Anwendungen bereits in weniger als einem Tag (0,9 Tage) nach der Bereitstellung in den produktiven Betrieb zu überführen. Das ist deutlich schneller, als es Unternehmen aus den anderen Ländern schaffen. Der globale Durchschnitt liegt hier bei 7,3 Tagen.

Weiterhin ergab die Studie, dass die deutschen Unternehmen auch am häufigsten neuen Code bereitstellen (Continuous Delivery). 72 Prozent der Unternehmen sollen das nach den Ergebnissen dieser Studie mindestens einmal täglich so halten. Die deutschen Firmen aus dem Bereich Telekommunikation stechen hier besonders hervor, geben sie doch an, dass bei ihnen sogar 82 Prozent mindestens einmal am Tag neue Software bereitstellen.

Der Umstieg auf die Cloud geht hingegen – glaubt man den Zahlen der Pivotal-Studie – noch nicht so schnell voran. Danach haben deutsche Unternehmen die geringste Verbreitung von Cloud-Infrastrukturen in allen untersuchten Länder aufzuweisen: Während in den USA bereits 45 Prozent der Anwendungen in der Cloud betrieben werden, sind es hierzulande weniger als ein Drittel (31 Prozent). Schlusslicht ist dabei der deutsche Einzelhandel, der etwa 24 Prozent seiner Anwendungen in der Cloud betreibt – in den USA sind es bereits mehr als doppelt so viele (54 Prozent).

Bei der Sicherheit hingegen können die deutschen Unternehmen glänzen: Sie melden insgesamt die wenigsten Unterbrechungen durch Sicherheitsvorfälle. 12 Prozent der Unternehmen aus Deutschland mussten im vergangenen Jahr mehr als elf Verzögerungen bei der Softwareentwicklung aufgrund von Sicherheitsproblemen melden; unter den Firmen in den USA sind es hingegen 33 Prozent.

Pivotal stellt die komplette Studie mit den allen Ergebnisse aus den verschiedenen Branchen und Ländern online auf seiner Webseite bereit. (fms)