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PostgreSQL 8.4 sorgt für Komfort und Tempo

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Die Entwickler des PostgreSQL-Datenbanksystems haben die Version 8.4 veröffentlicht. Knapp 300 Überarbeitungen und neue Funktionen zählt die PostgreSQL Global Development Group, die hinter der Entwicklung stehende Organisation, für das neue Release.

Mit Version 8.4 bietet PostgreSQL spaltenorientierte Berechtigungen, die die Regulierung des Zugriff auf sensible Daten ermöglichen. Ein einzelnes Recht wie SELECT oder DELETE gilt nicht nur für die ganze Tabelle, sondern auch für einzelne Spalten. Die Tabellenrechte haben Vorrang, erst wenn kein passendes Recht auf Tabellenebene vorhanden ist, wertet die Datenbank die spaltenbasierten Rechte aus. Eine der größten Detailverbesserungen sind "Windowing Functions", "Common Table Expressions" und rekursive Queries, die die Ausdrucksmöglichkeiten des SQL-Dialekts des Systems erhöhen.

Wie jede größere Release gibt es auch in der neuen Version diverse Performanceüberarbeitungen. Statistikdaten schreibt der Server in der Regel einmal pro Minute oder wenn ein Benutzer Statistiken abruft. Vorher erledigte er das zwei Mal pro Sekunde und meistens viel zu häufig. Bis zu achtmal schneller lassen sich der Ankündigung zufolge Backups wiederherstellen.

Außerdem gibt es viele Überarbeitungen im Planer, um Anfragen effektiver zu berechnen und durchzuführen. Für PostgreSQL 8.4 haben die Entwickler den Algorithmus der Free Space Map umgeschrieben. Den notwendigen Speicherplatz für die Verwaltung reserviert PostgreSQL dynamisch.

Zahlreiche Überarbeitungen erhielt das Kommandozeilenprogramm psql. So gestaltet sich die Hilfe jetzt freundlicher, zuvor hatten immer wieder Nutzer die Startmeldung ignoriert. Die überarbeitete Tabulator-Komplettierung zeigt jetzt alle Möglichkeiten an, nicht nur wie bisher eine Auswahl. Verschiedene Funktionen informieren über die Größe der Objekte in der Datenbank oder die Zugriffsrechte.

Da SSL-Verbindungen jetzt auch Client-Zertifikate akzeptieren, ist beidseitige Authentifizierung und Verschlüsselung möglich. PostgreSQL unterstützt nicht länger die crypt()-Verschlüsselung. Diese Methode sollte nur noch mit ganz alten Datenbanken (7.3 und früher) zum Einsatz kommen. psql erlaubte bisher, dass einem einbuchstabigen Parameter die Argumente direkt und ohne Leerzeichen folgten. Diese Möglichkeit erwähnte die Dokumentation schon seit mehreren Versionen nicht, und der entsprechende Code ist jetzt entfernt. (Andreas Scherbaum)

Interessierte, die einen tieferen Blick in die Neuerungen von PostgreSQL werfen möchten, finden auf heise Developer einen ausführlichen Artikel zum neuen Release:

Siehe dazu auch:

(ane)