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Produktiver entwickeln mit Android Studio 2.0

Gingen die Spekulationen bislang dahin, dass Google die nächste Version seiner IDE zur Entwicklung von Android-Apps zur I/O-Konferenz veröffentlichen würde, ist der Konzern nun rund einen Monat früher am Start.

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Produktiver entwickeln mit Android Studio 2.0

Google hat die eigene Entwicklungsumgebung Android Studio in Version 2.0 veröffentlicht. Die rundum erneuerte IDE basiert weiterhin auf JetBrains' Java-Entwicklungsumgebung IntelliJ IDEA – genauer gesagt auf der Version 15 – und steht zum Download für Windows, OS X und Linux kostenlos zur Verfügung. Das neue Release enthält zahlreiche Neuerungen, die im Großen und Ganzen die Produktivität verbessern dürften.

An erster Stelle ist hier auf die Instant-Run-Funktion, den neuen Emulator, das App-Indexing-Feature und den Service Cloud Test Lab hinzuweisen. Instant Run soll Code-Anpassungen beschleunigen. Mit Klick auf den Instant-Run-Button werden alle zuvor gemachten Änderungen analysiert, in der Folge werden Anweisungen gegeben, wie sich der neue Code schnellstmöglich deployen lässt. Zudem lässt sich bei strukturellen Änderungen am Code mit der Funktion Cold Swap eine Applikation mit einem Klick im Emulator neu starten.

Der neue Emulator nutzt auf x86-Systemen mehrere Prozessorkerne. Dadurch wird nicht nur die emulierte Anwendung beschleunigt, sondern auch Entwicklungsprozesse wie die Installation von APKs (Application Packages) nutzen mehrere Kerne. Außerdem soll die Datenübertragung zum Emulator bei der Verwendung der Android Debug Bridge (ADB) bis zu zehn Mal schneller erfolgen als zu einem physischen Gerät. Entwickler können außerdem den Emulator wie andere Desktopfenster durch Ziehen vergrößern und verkleinern. Ebenso können sie den Inhalt selbst vergrößern und scrollen, um den Fokus auf einen Teil der Anzeige zu richten.

Mit App Indexing lassen sich Inhalte aus der App in der Google-Suche und Now on Tap einbinden. Android Studio 2.0 hilft dabei, die richtige URL-Structure im App-Code zu finden und Attribute in der AndroidManifest.xml-Datei zu ergänzen, die den Bezug zu Googles App-Indexing-Service herstellen. Der Cloud-Test-Lab-Dienst bietet sämtliche Möglichkeiten, das Verhalten einer App für unterschiedliche Geräten beziehungsweise Gerätekonfigurationen zu testen.

Neu ist des Weiteren eine Toolbar, die wichtige Funktionen wie das Ändern der Bildschirmausrichtung, einen Lautstärkeregler und das Anfertigen von Screenshots enthält. Drag-and-Drop-Funktionalität funktioniert einerseits mit APK-Dateien, die Entwickler zur schnellen Installation auf das Emulatorfenster ziehen. Andererseits können sie auch Dateien auf diese Weise auf die emulierte SD-Karte übertragen. Das Benutzerinterface ermöglicht das Simulieren spezieller Ereignisse, um das Verhalten der Anwendungen in Sonderfällen zu testen. Dazu gehören virtuelle eingehende Anrufe und SMS oder ein nahezu leerer Akku. Zudem können Entwickler eine GPS-Position bestimmen.

Für Entwickler von OpenGL-ES-Spielen oder grafikintensiver Apps mag schließlich noch der neue GPU Debugger interessant sei, der allerdings noch Preview-Status hat. Da Android Studio auf IntelliJ IDEA 15 basiert, werden auch die Neuerungen der im letzten Herbst freigegebenen Version der IDE berücksichtigt, weswegen auch deren Änderungen einen Blick wert sein mögen.

(ane)