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Programmiersprache: Dart 2.6 erzeugt vorkompilierten Code auch für den Desktop

Googles JavaScript-Herausforderer bietet mit dart2native eine Compiler-Erweiterung, die eigenständig ausführbare Programme für neue Plattformen erstellt.

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Google hat Version 2.6 der Programmiersprache Dart angekündigt. Die wichtigste Neuerung im SDK ist die Compiler-Erweiterung dart2native, mit der Entwickler künftig auch Tools für die Kommandozeile unter Windows, macOS und Linux erzeugen können. Während die bisher primär auf Mobilgeräte und das Web ausgerichtete Sprache bereits einen umfassenden Compiler-Satz für Flutter-Apps (Android, iOS, Web und Desktop) bietet, soll dart2native mit eigenständig ausführbaren Programmen, die vorkompilierten Maschinencode enthalten, Entwicklern noch weitere Plattformen erschließen.

Die im Rahmen von Dart Native bereits seit mehreren Jahren verfügbare Option, Dart-Code AOT-kompiliert (ahead-of-time) als nativen Maschinencode auszugeben, stand Entwicklern bisher ausschließlich über das Cross-Plattform-Framework Flutter für Android und iOS zur Verfügung. Die Erweiterung dart2native öffnet nun auch Plattformen für Dart, auf denen kein SDK installiert ist – darunter die klassischen Desktop-Betriebssysteme. Das Dart-Team erfüllt damit einen von Anwendern schon länger gehegten Wunsch: der betreffende Issue #36915 nimmt im Ranking den sechsthöchsten Platz ein.

Mit dart2native sollen sich vor allem kompakte und schnelle Konsolenanwendungen auf beliebigen Plattformen sowie Backend-Services in Serverless-Umgebungen bauen lassen. Dazu stehen Entwicklern nicht nur die Core Librarys von Dart in vollem Umfang zur Verfügung, auch die in Dart 2.5 als Preview eingeführte dart:ffi, die Interoperabilität mit nativen C-Librarys und -APIs sicherstellt, ist nun fertig gereift. Zu den Einschränkungen der ersten Version von dart2native zählen fehlende Unterstützung von Signier-Werkzeugen wie codesign oder signtool und Cross-Kompilierung – derzeit kompiliert dart2native nur für die Plattform, auf der der Compiler ausgeführt wird.

Weitere Informationen zu dart2native und den Neuerungen in Dart SDK 2.6 finden sich in der Blog-Ankündigung sowie auf der Projektwebsite, wo die neue Version auch zum Download parat liegt.

Als Alternative zu JavaScript positioniert Google die Programmiersprache vornehmlich für die Entwicklung mobiler Clients sowie Clients für Webanwendungen – vorzugsweise im Zusammenspiel mit dem ebenfalls von Google stammenden Cross-Plattform-Framework Flutter. Sowohl Dart wie auch Flutter erfreuen sich in der Entwickler-Community offenbar rasch wachsender Beliebtheit, wie unter anderem GitHubs jüngst veröffentlichter Octoverse-2019-Report unterstreicht. Dort rangiert Flutter auf Rang drei unter den populärsten Open-Source-Projekten und Dart gilt als die Programmiersprache mit dem höchsten Zuwachs an Repository Contributors. Gegenüber JavaScript soll Dart vor allem mit besser lesbarem Quellcode punkten. (map)