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Programmiersprache: IBM bringt Swift auf den Server und in die Cloud

Dank IBM lässt sich die von Apple lancierte Programmiersprache erstmals in Cloud-Szenarien nutzen. Und auch dass Big Blue für Swift nun einen Webserver zur Verfügung stellt, deutet auf zunehmend unterschiedlichere Anwendungszenarien der Sprache hin.

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IBM hat die eigenen Bemühungen um die Programmiersprache Swift ausgebaut. So ist es jetzt möglich, die letzten Dezember angekündigte Swift Sandbox erstmals auch in Cloud-Szenarien zu nutzen. Entwickler können nun ihre Swift-Programme in Big Blues neuen Swift Package Catalog laden, Anwendungen für IBMs Platform as a Service (PaaS) Bluemix schreiben (hat noch Preview-Status) oder diese mit dem neuen Open-Source-Webserver Kitura auf OS-X- und Linux-Systemen betreiben.

Bei der Sandbox handelt es sich um eine interaktive Website, die aus einem Editor und einem Ausgabefenster besteht. Sie läuft in einem Docker-Container auf Linux und kann die entsprechenden Linux-Systemfunktionen nutzen. Seit der Einführung haben offenbar bereits 100.000 Besucher mit der Sandbox herumgespielt.

Dass Swift auch auf dem Server zum Einsatz kommen könnte, war schon im November 2015 ein Thema, als die Sprache noch nicht Open Source und auch nicht für Linux verfügbar war. Dass nun IBM mit all seiner Erfahrung im Serverumfeld den Weg beschreitet, befeuert die tatsächliche Umsetzung solcher Serverszenarien. Swift sowohl auf dem Client als auf dem Server einsetzen zu können, mag für Unternehmen strategisch interessant sein, da sie ihre Backend- und Frontend-Entwicklung mit nur noch einer Sprache schreiben müssen. Das mag in Zeiten, in denen Swift augenscheinlich Fahrt aufnimmt, für Unternehmen bei einer Neuentwicklung durchaus den Ausschlag für die Sprache geben, zumal sie ja Objective-C ablösen soll.

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Die Ankündigungen erfolgten auf der InterConnect-Konferenz, die IBM dieser Tage in Las Vegas ausrichtet. IBM ist ziemlich schnell auf den Swift-Zug aufgesprungen. Die Sprache wird bei Big Blue als eine von drei strategischen Programmiersprachen gesehen. Die beiden anderen sind Java und JavaScript (Node.js). Auch arbeitet der Konzern in jüngster Zeit eng mit Apple zusammen, in dessen Laboren Swift als Objective-C-Nachfolger zur Entwicklung von Apps für iOS und OS X ursprünglich entstanden ist.

Apples Strategie, Swift unter eine Open-Source-Lizenz und auch für Linux zur Verfügung zu stellen, scheint tatsächlich zu einem größeren Ökosystem zu führen. Beispielsweise wurde kürzlich mit Swifton ein von Ruby on Rails beeinflusstes Webframework für Swift vorgestellt, das unter OS X, aber auch unter Linux läuft. Relativ neu ist darüber hinaus mit RxSwift ein Projekt, das die reaktive Programmierung mit Swift ermöglichen soll.

Die Programmiersprache Swift ist seit Anfang Dezember als Open-Source-Software verfügbar. Im Sommer zuvor hatte Apple angekündigt, die hauseigene Programmiersprache quelloffen bereitstellen zu wollen. Bis zur Offenlegung stand die Sprache nur Entwicklern auf OS X zur Verfügung. Danach kam auch Linux als offiziell unterstütztes System hinzu.

Apple hatte Swift als Alternative zu Objective-C 2014 auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC eingeführt. Obwohl sie kein offizieller Nachfolger ist, haben viele iOS- und OS-X-Entwickler die neue Sprache gerne angenommen, wenn auch erst kürzlich herauskam, dass das quelloffene Swift bei Apple selbst bislang nur sehr eingeschränkt zum Zuge komme. (ane)