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Programmiersprache: Julia 1.2 mit vielen kleinen Neuerungen veröffentlicht

Ungefähr alle halbe Jahre erscheint eine neue Version der verheißungsvollen Programmiersprache – nun ist Version 1.2 dran.

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Die Julia-Entwickler haben die Version 1.2 ihrer Programmiersprache veröffentlicht. Als kleineres Release enthält es keine die bisherigen Entwicklungen beeinträchtigende Änderungen, aber sehr wohl ein paar neue Funktionen. Des Weiteren ist von Performanceverbesserungen und kleineren Änderungen im Verhalten die Rede.

Das neue Release kann drei Sprachfeatures aufweisen: Neben der Unterstützung für Unicode 12 wurde "⋆" (\star) als Unary Operator hinzugefügt, und das Argument Splatting (x...) lässt sich nun auch bei Aufrufen der Pseudofunktion new in Konstruktoren verwenden. Eine Änderung ist außerdem, dass leere Einträge in JULIA_DEPOT_PATH nun zu Standard-Depot-Einträgen erweitert werden.

Auf Multithreading-Seite hat der Condition-Typ nun einen threadsicheren Ersatz, der als Threads.Condition aufgerufen wird. Mit diesem Zusatz sind Task-Scheduling-Primitives wie ReentrantLock nun offenbar thread-sicher. Beim Build-System ist es nun üblich, vorkonfigurierte binäre Tarballs für die meisten Abhängigkeiten der unterstützten Systeme herunterzuladen. Wer das nicht mag, kann das zum make-Zeitpunkt mit USE_BINARYBUILDER=0 deaktivieren.

Neue Bibliotheksfunktionen gibt es auch: Beispielsweise gibt die Funktion getipaddrs() alle IP-Adressen der lokalen Maschine zurück, wobei IPv4-Adressen vor IPv6-Adressen sortiert werden. getipaddr(addr_type) und getipaddrs(addr_type) liefern zudem IP-Adressen des gewünschten Typs des lokalen Rechners. Hinzugekommen sind die Funktionen Base.hasproperty und Base.hasfield.

Weitere Änderungen entnehmen interessierte Entwickler dem News-Markdown.

Julia 1.2 ist wie der Vorgänger – die Version 1.1 – kein LTS-Release (Long-Term Support). Doch mit der neuen Version, so heißt es, wird es wahrscheinlich keine weiteren 1.1.x-Releases mehr geben. LTS-Release ist auch weiterhin Julia 1.0. Binärdateien sind für Linux, Windows, macOS und FreeBSD verfügbar. Bei der Standardbibliothek zählt man knapp zwanzig Änderungen.

Julia ist eine am MIT entstandene dynamische, funktionale Programmiersprache, die vor allem auf wissenschaftliche Projekte zielt, gleichzeitig aber auch als General Purpose Language geeignet sein soll. Sie funktioniert besonders gut für verteilte Berechnungen und kommt seit geraumer Zeit auch beim High-Performance Computing zum Einsatz. Die Programmiersprache ist seit 2012 Open Source. Im August 2018 war die Sprache nach langer Entwicklungszeit in Version 1.0 erschienen.

Siehe dazu auf heise Developer:

(ane)