Programmiersprache R: Microsoft veröffentlicht einen kostenlosen Client

Neben der kostenpflichtigen R-Server-Produktfamilie bietet das Softwareunternehmen nun einen freien R Client an. Das Werkzeug erweitert die quelloffene Plattform Microsoft R Open um ScaleR-Funktionen.

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Anfang des Jahres hatte Microsoft eine umfassende R-Server-Produktfamilie angekündigt, die weitgehend auf der R-Distribution Revolution R Enterprise (RRE) aufbaut. Der Redmonder Konzern hatte im April 2015 dessen Hersteller Revolution Analytics übernommen. Nun folgt mit Microsoft R Client ein kostenfreies Werkzeug für Windows, wie der Revolutions-Blog meldet.

Auch wenn sich der Blog vor allem Nachrichten über Open-Source-Werkzeuge für die Programmiersprache R widmet, ist Microsoft R Client zwar kostenfrei, aber nicht quelloffen. Er basiert auf der Open-Source-Plattform Microsoft R Open, dem offiziellem RRO-Nachfolger (Revolution R Open). Zusätzlich bietet sie Funktionen aus dem proprietären ScaleR-Package zur parallelen Datenverarbeitung, ist dabei jedoch im Gegensatz zum kommerziellen R Server auf zwei Threads begrenzt. Die Einschränkung bezieht sich nur auf die ScaleR-Funktionen und nicht auf das sonstige Multithreading mit der Intel MKL (Math Kernel Library), das auch unter Micosoft R Open möglich ist. Im Gegensatz zum Server kann der Client zudem nur Daten im Hauptspeicher verarbeiten. Abgesehen von den Einschränkungen bietet er jedoch den vollen ScaleR-Funktionssatz.

Microsoft engagiert sich nicht nur im Bereich der speziellen R-Produkte in jüngster Zeit verstärkt für die Programmiersprache. Im März öffneten die Redmonder Visual Studio für R-Programmierer, und der jüngste SQL Server 2016 integriert R. Letztes Jahr gründete Microsoft zusammen mit Firmen wie Google, RStudio und Oracle das R Consortium, dem mittlerweile auch IBM beigetreten ist und dessen Ziel die Förderung der Programmiersprache R ist.

R entstand in den 90er-Jahren mit einem klaren Fokus auf statistische Berechnungen und Darstellung. Die Funktionen konzentrieren sich auf die Organisation der Daten und deren optische Aufbereitung. Das ist der Hauptgrund dafür, dass sie bei Statistikern einen guten Ruf hat. Zudem ist sie zwar für Entwickler gewöhnungsbedürftig, die mit typischen Programmiersprachen wie Java, C# oder auch Skriptsprachen arbeiten, dafür lässt sie sich auch ohne Vorkenntnisse in diesen Sprachen gut erlernen. Zudem lebt R von einer aktiven Community, und für spezielle Anwendungen existieren mehrere Tausend Erweiterungen. Auf den Gebieten der statistischen Berechnungen und Predictive Analytics konkurriert die Programmiersprache mit Matlab, Mathematica, SAS und zahlreichen Python-Bibliotheken.

Weitere Details zum Microsoft R Client sind auf MSDN zu finden. Dort steht auch ein Link zum Download. Eine Tabelle zeigt die Funktionen im Vergleich zum Open-Source-Tool Microsoft R Open und dem kommerziellen Microsoft R Server. (rme)