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Programmiersprache R: Revolution R Enterprise als Azure-Service verfügbar

Die ersten Früchte der Übernahme von Revolution Analytics sind nun erkennbar: Microsoft bietet die R-Distribution nun als "R as a Service"-Angebot für mathematische und statistische Berechnungen an.

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Programmiersprache R

Revolution R Enterprise, die R-Distribution von Revolution Analytics, hat nun ihren Weg in Microsofts Cloud-Umgebung Azure gefunden. Sie lässt sich dort nun als Technical Preview ausprobieren. Den R-Distributor hatte Microsoft Anfang des Jahres übernommen. Und damals war darüber spekuliert worden, was der große Softwarekonzern aus Redmond mit dem Portfolio von Revolution Analytics vorhabe. Ein "R as a Service"-Angebot für mathematische und statistische Berechnungen wie die nun zur Verfügung stehende Preview galt als aussichtsreichstes Szenario.

Zum Auftakt ist Revolution R Enterprise über in Azure gehostete Linux- und Windows-VM verfügbar. Die dort betriebenen Anwendungen lassen sich mit Revolutions Visual-Studio-basierter IDE für R-Entwickler (Revolution R Enterprise Develop), aber auch mit anderen Entwicklungsumgebungen wie RStudio, RStudio Server oder StatET bearbeiten. Die Daten können in Azures BLOB-Speicher (Binary Large Objects), in SQL-Server-Datenbanken oder ganz gewöhnlich über ODBC-Treiber (Open Database Connectivity) abgelegt werden. Die Preise für den Dienst gehen bei rund 1,20 Euro pro Stunde los.

Aufhorchen lässt in der Ankündigung noch, dass neben der Einbindung unter Azure auch die Integration der Produkte von Revolution Analytics die künftige Integration mit Cortana Analytics denkbar wäre. Im Juli hatte Microsoft bekannt gegeben, dass aus Cortana eine umfassende Big-Data-Analyse-Plattform inklusive Datenspeicherung, Informationsmanagement, maschinellem Lernen und Business Intelligenz werden solle. R-Analysen über eine Cortana-getriebene Oberfläche stünden dem bisherigen Angebot der Cortana Analytics Suite sicherlich gut.

R genießt unter Statistikern und Datenanalysten zunehmende Verbreitung – Microsoft spricht von zwei Millionen Anwendern –, da die Sprache einfach zu erlernen ist, auch wenn keine Programmierkenntnisse vorliegen. Anwender finden bei R eine Reihe Mechanismen für das Organisieren von Daten, zum Erstellen von Kalkulationen und zur optischen Aufbereitung der Datensätze. Auch gibt es mehrere Tausend als Erweiterung vorliegende Pakete für R, die sich speziellen Aufgaben widmen. Auf den Gebieten der statistischen Berechnungen und Predictive Analytics konkurriert die Sprache mit SAS, Matlab, Mathematica und etlichen Python-Bibliotheken.

Nicht nur Microsoft ist in den letzten Jahren auf die Sprache aufmerksam geworden. Auch SAP und Oracle legen Wert darauf, sie in ihren Produkten HANA beziehungsweise Oracle-Datenbank und TimesTen zu unterstützen.

Siehe dazu auf heise Developer: