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Programmiersprachen: Julia 0.3 freigegeben

Die noch junge, höhere Programmiersprache, die sich durch gute Performanz und Dynamik besonders für technische Berechnungen nutzen lassen soll, bekam im Zuge des neuen Releases unter anderem eine eigene native REPL-Implementierung.

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Julia soll sich als höhere, hochperformante und dynamische Programmiersprache besonders für technische Berechnungen anbieten. Die Version 0.3 steht ab sofort auf GitHub und der Download-Seite des Projekts zum Herunterladen bereit.

Zu den neuen Features der Veröffentlichung zählt unter anderem eine in Julia verfasste REPL-Implementierung (Read–Eval–Print Loop), die die Probleme der zuvor genutzten und die GNU Readline zugrunde legenden Variante beheben soll. Über die Funktion workspace() lässt sich eine Umgebung ohne Neustart leeren. Ergänzende lokale Statements (goto und label), bessere Hinweise bei Syntaxfehlern, Module zum Interagieren mit der GitHub-API, neue Funktionen (minmax und extrema) und Makros (zum Beispiel @edit, @less, @code_llvm) runden das Release – neben einigen Verbesserungen für Rechnungen mit Matrizen – ab.

Die Macher der Sprache beschrieben die Ziele, die sie mit der Julia-Entwicklung verfolgen, so, dass sie eine quelloffene, homoikonische Sprache mit einer großzügigen Lizenz, der Geschwindigkeit von C, der Dynamik von Ruby, Makros, wie sie in Lisp zu finden sind, und mathematischen Notationsmöglichkeiten wie in Matlab schaffen wollten. Darüber hinaus soll sie weitläufig einsetzbar wie Python und gut für statistische Berechnungen wie R sein, und Strings sollen sich ohne Probleme wie in Perl bearbeiten lassen. Um besonders komplexe Rechnungen ausführen zu können, soll Julia auch die Kraft der verteilten Rechnung nutzen können und zudem sollte sie sich neuen Nutzern einfach erschließen.

Dem Ziel einen Schritt näher kommen, will man mit der nächsten Version, deren Entwicklung nun beginnt. In ihr werden viele Änderungen Platz finden, die dazu führen könnten, das alter Code nicht mehr funktioniert. Die Benennung der neuen Entwicklungszweige wird mit 0.4.0-dev beginnen, sobald man sich merklich dem offiziellen Release nähert, erfolgt die Umbenennung in 0.4.0-pre, ab der sich Paketautoren und Anwender daran machen können, über eine Aktualisierung nachzudenken. Nutzer, die eine stabile Version einsetzen wollen, sollten sich zunächst an Julia 0.3 halten. Der zugehörige Entwicklungszweig bleibt weiterhin für Bugfixes offen. Alle Änderungen sind in den Release Notes des Projekts zu finden. (jul)