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Python-Schöpfer Guido van Rossum geht in den Ruhestand

Der 63-jährige Niederländer verlässt seinen Arbeitgeber Dropbox und geht in den Ruhestand. Inwieweit er der Python-Entwicklung verbunden bleibt, ist unklar.

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(Bild: Dropbox)

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Guido van Rossum hat seinen Arbeitgeber Dropbox, für den der Begründer der Programmiersprache Python seit sechs Jahren gearbeitet hatte, verlassen und geht wohl in den Ruhestand. Das geht aus einem Blogbeitrag des Unternehmens hervor. Inwieweit van Rossum der Softwareentwicklung und der Python-Community erhalten bleibt, geht aus der Verabschiedung nicht hervor. Er selbst bestätigt in einem Twitter-Beitrag nur die Information aus dem Blog des Dropbox-Teams:

Dropbox ist als eifriger Nutzer von Python bekannt. So heißt es, dass schon die erste Zeile des CEO Drew Houston für Dropbox in Python geschrieben worden war. Seit 2011 hätte man in Kontakt mit van Rossum gestanden, der mehrmals für Vorträge das Unternehmen besucht hätte. Als er dann 2013 bei Dropbox eingestiegen sei, hätte seine Aufgabe vorrangig darin bestanden, die Entwickler darin zu schulen, ihren Code so zu schreiben, dass er einfach zu pflegen sei. Zuvor wäre der Code oft so geschrieben gewesen, dass ihn nur der jeweilige Autor hätte verstehen können. Im Zuge des Wachstums eines Unternehmens müssten aber auch neue Entwickler wissen können, wie der Code funktioniere.

Später half van Rossum an mypy mit, einem der wohl beliebtesten statischen Typ-Checker für Python, den ein von van Rossum selbst eingestellter Kollege als Doktorandenprojekt entworfen hatte und der zunehmend in der gemeinsamen Zusammenarbeit wichtiger wurde.

Der 63-jährige van Rossum hatte Python 1989 erschaffen und galt seit Mitte der 90er-Jahre als Benevolent Dictator for Life (BDFL) der Sprache. Von diesem "Amt" war er jedoch schon im letzten Jahr zurückgetreten, als es im Zuge des Python Enhancement Proposal (PEP) 572 zur Einführung von Assignment Expressions in die Sprache, mit dem Entwickler in einem Ausdruck mit der Anmerkung NAME := expr. eine Variable zuordnen können, zu hitzigen Diskussionen kam. In deren Folge schrieb er in seiner Rücktritts-E-Mail: "Ich bin müde und brauche jetzt eine lange Pause."

Zum Abschluss des Abschiedsbeitrags schreibt das Dropbox-Team: "Obwohl Guido offiziell in den Ruhestand geht, werden seine Beiträge zu Dropbox und der größeren Python-Community weiterhin spürbar sein. Er hat bereits die Umstellung des Dropbox-Servercodes von Python 2 auf Python 3 in Gang gesetzt. Und obwohl er bereits von seinem phantasievoll benannten Titel Benevolent Dictator for Life (BDFL) zurückgetreten ist, wird er immer einen Platz in der Python-Community haben." (ane)