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Qt 5 für 2012 angekündigt

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Die nächste Generation des GUI-Frameworks Qt wird wohl im nächsten Jahr erscheinen. Qt 5 wäre dann rund sieben Jahre nach dem Erscheinen von Qt 4.0 erhältlich, das der damalige Besitzer des Frameworks Trolltech 2005 veröffentlicht hatte. 2008 wechselte das Framework zum Mobilkonzern Nokia, der es 2009 unter eine Open-Source-Lizenz stellte. Geht es nach Lars Knoll, Chef der Forschungs- und Entwicklungsabteilung bei den Finnen, erscheint Ende 2011 noch eine Beta-Version.

Die Entwickler streben für Qt 5 unter anderem an, die GPU bei animierten Grafiken besser auszunutzen und komplexe Anwendungen mit Hilfe von JavaScript und der Qt Markup Language (QML) einfacher erstellen zu lassen. Die mit Qt 4.7 eingeführte, an CSS und JavaScript angelehnte QML soll es einfacher machen, zeitgemäße Nutzerschnittstellen zu erstellen.

Die Entwickler schreiben derzeit die Architektur um, sodass beim Ausnutzen der Grafikhardware das QML enthaltende Qt UI Creation Kit (Quick) und Scenegraph eine zentrale Rolle spielen können. Knoll könnte sich nach eigenen Angaben vorstellen, dass bald alle Qt-Anwendungen mit QML geschrieben und nur noch C++-Funktionen ergänzt werden, wenn sie erforderlich sind.

Teile von Qt sollen einfacher auf andere Plattformen portiert und dort gewartet werden können. Hierfür ist das Projekt Lighthouse zuständig, auf dem alle Qt-Ports basieren sollen; es will die Qt-Repositorys neu strukturieren. Die Modularisierung wollen die Qt-Entwickler unterstützen, indem sie die QWidget-Funktionen des bislang auf C++ setzenden Qt in eigene Bibliotheken auslagern. Die Entwickler hoffen, alle Aufgaben rund um die Modularität bis August abschließen zu können.

Bei Qt 5 soll es laut Knoll Änderungen an der API geben, da die bisherigen Entwicklungen Code enthielten, der beim Erstellen zeitgemäßer Anwendungen im Weg stehe. Im Gegensatz zum Umstieg von Qt 3 nach Qt 4, der für Entwickler schwierig gewesen sei, soll in den meisten Fällen eine Migration von Qt-4-Programmen nach dem neuen Qt problemlos funktionieren.

Wurden frühere Qt-Versionen intern bei Trolltech und Nokia entwickelt, will Nokia mit Qt 5 einen offenen Entwicklungsprozess betreiben. Interne und externe Entwickler sollen dabei gleichberechtigt eingebunden werden. Für den Anfang wollen die Qt-Entwickler den Schwerpunkt auf eine begrenzte Anzahl an Plattformen setzen. Genannt werden Wayland und X11 für Linux, Mac OS X und Windows. Nokia hofft, dass aus der Community auch andere Plattformen unterstützt werden.

Für alle, die an den Entwicklungsplänen interessiert sind, steht ein Whitepaper (PDF) bereit. Auch ist damit zu rechnen, dass Qt 5 ein größeres Thema des Qt Contributions Summit sein wird, das Nokia von 16. bis 18. Juni in Berlin ausrichtet. (ane)