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Qt Creator 4.8 setzt auf das Language Server Protocol

Das Beta-Release bietet nun ebenso wie Eclipse und Visual Studio Code eine Anbindung an die einheitliche LSP-Schnittstelle.

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Qt Creator 4.8 setzt auf das Language Server Protocol

Die Qt Company hat die erste Beta-Version von Qt Creator 4.8 veröffentlicht. Die Entwicklungsumgebung, die vor allem, aber nicht nur auf das Zusammenspiel der C++-Klassenbibliothek Qt ausgelegt ist, bekommt damit eine Anbindung an das Language Server Protocol (LSP). Außerdem können Entwickler neuerdings gleichzeitig mehrere Debugger auf einen oder mehrere Prozesse laufen lassen und über ein Drop-Down-Menü zwischen den Debug-Vorgängen wechseln.

Qt Creator 4.8 bringt eine zunächst als experimentell gekennzeichnete Anbindung an das Language Server Protocol. Microsoft, Red Hat und Codenvy hatten das System im Sommer 2016 vorgestellt. Zu den Entwicklungsumgebungen mit LSP-Anbindung gehören unter anderem Eclipse, Visual Studio Code und Atom.

Das Language Server Protocol trennt die Logik für einzelne Programmiersprachen beziehungsweise Protokolle von der Entwicklungsumgebung, und ein lokaler Server übernimmt spezifische Vorgänge wie die Autovervollständigung oder das Erkennen von Fehlern. Das von LSP nicht angebotene automatische Einrücken und die Codehervorhebung laufen weiterhin über das interne Highlighting-Tool von Qt Creator.

Die Autovervollständigung unter anderem für Python-Code übernimmt ein Language-Server.

(Bild: Qt)

Einzelne Language-Server lassen sich nach dem Aktivieren des LSP-Clients direkt aus dem Menü über Tools | Options | Language Client starten. Anschließend ist er beim Bearbeiten von Dateien passender Programmiersprachen aktiv. Das Team hat den Client hauptsächlich mit Python getestet. Um potenzielle Fehler im Zusammenspiel auf der Konsole zu protokollieren dient das Setzen der Umgebungsvariable QT_LOGGING_RULES=qtc.languageclient.*=true.

Daneben bringt Qt Creator 4.8 einige ebenfalls als experimentell gezeichnet Neuerungen für C++-Entwickler. Unter anderem lassen sich nun Dateien im Compilation-Database-Format als Projekt öffnen. Das Format beschreibt eine Reihe von Dateien und die zugehörigen Compiler-Flags, um komplette Kompiliervorgänge unabhängig vom Build-System zu verwenden. Um die Compilation-Database-Dateien laden zu können, müssen Entwickler das Plug-in CompilationDatabaseProjectManager aktivieren.

Nach dem Aktivieren des Plug-ins ClangFormat rückt Qt Creator Code automatisch ein und nutzt dafür Clang Format. Ein weiteres neues Plug-in ist Cppcheck, das eine statische Code-Analyse mit dem gleichnamigen Tool durchgeführt.

Weitere Details zum ersten Beta-Release von Qt Creator 4.8 lassen sich dem Qt-Blog entnehmen. Die Open-Source-Variante ist auf der Qt-Site verfügbar. Nutzer der kommerziellen Version können die Beta über das Qt-Portal herunterladen. Fehler lassen sich über den Bug-Tracker melden. (rme)