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Qt-Pläne für 2019: WebAssembly, Python und mehr

Die Qt-Roadmap für 2019 sieht neben Python-Modulen unter anderem Erweiterungen bei den Tools von Qt Creator bis Qt 3D Studio vor.

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Alle Jahre wieder veröffentlicht die Qt Company eine Vorschau der geplanten Neuerungen sowohl für das Qt-Framework als auch für die Palette der passenden Werkzeuge. Die Roadmap für 2019 knüpft für Qt vor allem an den jüngsten Entwicklungen rund um WebAssembly und Python an. Bei den Entwicklerwerkzeugen stehen Qt Design Studio und Qt 3D Studio im Mittelpunkt, die langfristig zusammenwachsen sollen.

Hinsichtlich der Qt-Versionen empfehlen die Macher Nutzern der LTS-Variante (Long-term Support) den baldigen Wechsel auf das im Dezember veröffentlichte Qt 5.12 LTS. Der Support für Qt 5.6 endet im März, und Qt 5.9 erhält nur noch die wichtigsten Bugfixes.

Qt 5.12 LTS legt zudem die technische Basis für die Anbindung an Python. Die Programmiersprache gilt mit dem Release als vollständig unterstützt, nachdem sie in Qt 5.11 bereits als Technical Preview enthalten war. Kurz nach Qt 5.12 LTS erschien ebenfalls noch im Dezember Qt for Python 5.12, eine Überarbeitung von PySide 2.

Als nächster Schritt steht nun die Implementierung von externen Python-Modulen wie numpy, pytorch, pandas und matplotlib an. Die Integration steht wohl ganz oben auf der Wunschliste der Nutzer, und für 2019 möchte das Team zumindest numpy implementieren. Darüber hinaus soll das Deployment von Qt-for-Python-Anwendungen einfacher werden. Schließlich ist eine Integration in die Qt Meta-object Language (QML) sowie eine besser Anbindung an die Qt-Werkzeuge geplant.

WebAssembly hat auch in Qt 5.12 noch den Status einer Technical Preview. Bisher ist das Erstellen von WebAssembly-Code auf Linux und macOS begrenzt, im Lauf des Jahres soll Windows als Entwicklungsplattform hinzukommen. Außerdem wird es Binärpakete von Qt for WebAssembly analog zu denen für andere Plattformen geben.

Unter der Haube werden mit Qt for WebAssembly geschriebene Anwendungen unter anderem auf das lokale Dateisystem zugreifen können. Dabei sind sie sich freilich an die vom Browser bereitgestellte Sandbox beschränkt. Außerdem wird es Threading-Support und die Anbindung an die Zwischenablage des Systems geben. Nicht zuletzt sollen Entwickler ihre WebAssembly-Anwendungen debuggen können.

Das nächste Qt-Release hat Qt Lottie als Technical Preview an Bord. Damit lassen sich mit dem Bodymovin-Plug-in für Adobe After Effects erstellte Animationen abspielen. Neben den üblichen Player-Funktionen wie Start, Pause oder Autoplay lassen sich auch die Animationsquellen dynamisch ändern. Qt Lottie ist mit Blick auf den Embedded-Bereich ressourcenschonend ausgelegt.

Neue Widgets plant das Team für das übernächste Qt-Release. Derzeit gibt es noch keine konkreten Details, aber zu den Plänen für Qt 5.14 gehört unter anderem eine runde Fortschrittsanzeige.

Für die Entwicklungsumgebung Qt Creator stehen wohl vor allem Performanceverbesserungen an. Dazu soll unter anderem eine Symboldatenbank (indexdb) als Binärrepräsentation des Projekts beitragen. Auch die in den vorigen Versionen vorangetriebenen Analysefunktionen will das Team weiter ausbauen. Zudem soll Python nicht nur als unterstützte Programmiersprache in der Entwicklungsumgebung enthalten sein, sondern das Team erwägt, das Erstellen von Qt-Creator-Erweiterungen in Python zu ermöglichen.

Im laufenden Jahr will sich das Team aber vor allem um den Ausbau von Qt Design Studio und Qt 3D Studio, also die beiden Werkzeuge zum Erstellen von Nutzerschnittstellen kümmern. Langfristig sollen die 2D- und 3D-Designtools zusammenwachsen, und 2019 soll es bereits gemeinsame Komponenten geben. Außerdem arbeiten die Macher an einer besseren Interoperabilität zwischen den Tools.

Für Qt Design Studio steht zunächst das Open-Source-Release an, das ursprünglich bereits Ende 2018 erscheinen sollte. Im Zuge der Mitte Februar erfolgten Veröffentlichung von Qt Design Studio 1.1 hat das Team nun eine Freigabe der quelloffenen Variante im Zuge des für Mai geplanten 1.2-Release in Aussicht gestellt. Qt Design Studio soll zudem im Lauf des Jahres unter anderem eine Anbindung an Sketch bekommen.

Für Qt 3D Studio sind frische Releases im März und Juni geplant. Bei den Versionen 2.3 und 2.4 steht wohl vor allem die verbesserte Performance im Mittelpunkt. Das Team will sowohl die Ladezeiten verbessern als auch die CPU-Last und den Speicherbedarf reduzieren. Zu den technischen Plänen für 2019 gehört das stereoskopische Rendering sowie ein komplett überarbeitete Text-Rendering. Darüber hinaus sind weitere Dateiformate für den Import und eine verbesserte Integration von Werkzeugen wie Autodesk Maya geplant.

Weitere Details wie die Pläne für den Automation- und Automotive-Bereich lassen sich dem Qt-Blog entnehmen. (rme)