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Quelloffene Heimautomatisierung mit openHAB 1.0

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Da schlägt das Bastlerherz höher: Der openHAB (open Home Automation Bus), den seine Entwickler jetzt als erstes Release vorgestellt haben, soll die digitale Fernsteuerung des mechanisierten Inventars in den eigenen vier Wänden im Alltag bequemer und bei der Konfiguration universeller und flexibler werden lassen. Im Gegensatz zu mitunter nicht gerade preisgünstigen kommerziellen Produkten für die Heimautomatisierung kostet der openHAB als quelloffenes Community-Projekt (unter GPL-3.0-Lizenz) nichts – abgesehen natürlich von dem zur Steuerung und Konfiguration notwendigen Equipment wie Computer, Smartphone und den zu steuernden Gerätschaften, die mit den entsprechenden Schnittstellen ausgestattet sein müssen.

Der Name besagt es schon, dass der "open Home Automation Bus" in erster Linie eine Plattform darstellt. An deren Grundfunktionen können zum einen die verschiedensten Geräte von einer Rollladen- oder Lichtsteuerung über Sicherheitseinrichtungen bis hin zum Energiesparen gewidmeten Smartgrids der Stromversorgung angeschlossen werden. Zum anderen lassen sich an den Bus Benutzeroberflächen andocken, etwa zum Konfigurieren und Steuern sowie zur Auswertung der Daten, die eine solcherart digitalisierte Heimwelt nun mal auch produziert.

Die Runtime von openHAB ist eine reine Java-Entwicklung, die auf der modularen OSGi-Architektur Eclipse Equinox basiert und Jetty als Webserver nutzt. Sowohl hersteller- als auch protokollneutrale Bindungen erlauben den Anschluss unterschiedlicher Bus-Systeme und Hardware sowie die Kommunikation über einschlägige Schnittstellenprotokolle. Beispielsweise wird auch KNX unterstützt, der offene Standard für Haus- und Gebäudesystemtechnik.

Über eine auf dem XMPP-Protokoll (Jabber, Google Talk) aufsetzende Benutzeroberfläche können Anwender mit ihrem Haus regelrecht "chatten". Benachrichtigungen werden in einer auch für Techniklaien einigermaßen verständlichen Sprache an die Oberfläche übermittelt, etwa auf einem Smartphone, derzeit werden Android- und iOS-Clients unterstützt. Ebenso lassen sich in einer einfachen "Programmier"-Sprache Kommandos an die heimischen Geräte absetzen. Zeitsteuerungen können mit der gleichen Syntax und gegebenenfalls in komplexeren Skripten über einen Google-Kalender eingerichtet werden, etwa um "geschäftige" Anwesenheit zu Hause zu simulieren, während man tatsächlich im Urlaub ist.

Über ein Dropbox-Konto können Konfigurations- und Regeldateien von unterwegs aus bearbeitet werden. Sie werden wie auch die vom openHAB-System generierten Log-Dateien automatisch synchronisiert. Die Systemeinstellungen, Kommandos und Logdaten lassen sich auch in einer lokalen Datenbank ablegen und sowohl zur Definition komplexer Automatisierungslogik als auch zur visuellen Analyse per Diagrammen nutzen.

Das Regelwerk für die Gerätesteuerung wird in einer eigenen domänenspezifischen Sprache (Domain Specific Language, DSL) mit Eclipse Xtext erstellt, mit entsprechendem Editierkomfort wie Syntax-Highlighting, Validierung und Code-Vervollständigung. Der oder die in solchen Dingen jedoch eher unbedarfte Otto-Normal-Hausbewohner(in) wird aber vermutlich nicht um kompetente Hilfe aus der "Nachbarschaft" herumkommen. (Harald M. Genauck) / (ane)